3.06.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Dr. Petra Volke ist in die Expertengruppe des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (GREVIO) gewählt worden. Die Familienrichterin wird ihre Tätigkeit in dem unabhängigen Gremium im September 2026 aufnehmen.
Mit ihrer Wahl setzt sich die deutsche Kandidatin gegen zahlreiche Mitbewerberinnen und Mitbewerber durch. GREVIO überwacht die Umsetzung der Istanbul-Konvention in den Vertragsstaaten und entwickelt Empfehlungen zur Verbesserung des Schutzes vor geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt.
Bundesfrauenministerin Karin Prien würdigte die Wahl als Anerkennung von Volkes fachlicher Expertise und ihres langjährigen Engagements für Menschenrechte, Gleichstellung und Gewaltschutz. Deutschland wird damit künftig wieder in dem wichtigen Expertengremium vertreten sein.
Quelle: Pressemitteilung des BMBFSFJ
19.05.2026 | 2026, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Rheinland-Pfalz stärkt den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt: Mit Anette Diehl wurde erstmals eine unabhängige Landesbeauftragte gegen sexualisierte Gewalt bestellt. Die neue Stelle ist Teil des „Pakts gegen sexualisierte Gewalt“ und soll Prävention, Intervention sowie die Beteiligung Betroffener dauerhaft stärken. Rheinland-Pfalz ist damit das erste Bundesland, das eine solche unabhängige Beauftragtenstelle gesetzlich verankert hat. Die Landesbeauftragte wird künftig Maßnahmen koordinieren, die ressortübergreifende Zusammenarbeit ausbauen und die Umsetzung zentraler Handlungsempfehlungen begleiten. Auch der Landesbetroffenenrat begrüßte die Entscheidung als wichtigen Fortschritt für Schutz und Beteiligung von Betroffenen.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/rheinland-pfalz-staerkt-schutz-vor-sexualisierter-gewalt-anette-diehl-wird-landesbeauftragte
6.05.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Eine aktuelle Studie des Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ zeigt das Ausmaß von Sexismus im Berufsleben: 63 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben im Laufe ihrer Karriere entsprechende Erfahrungen gemacht. Besonders betroffen sind Frauen (70 Prozent) sowie trans, inter und nicht-binäre Personen (81 Prozent), aber auch 52 Prozent der Männer berichten von Vorfällen.
Die am 4. Mai 2026 veröffentlichte Studie „Sexismus am Arbeitsplatz“ liefert erstmals repräsentative Daten zu Erscheinungsformen, Verbreitung und Folgen. Viele Betroffene leiden unter emotionalen (41 Prozent), psychischen (31 Prozent) und körperlichen (24 Prozent) Belastungen, was sich auch negativ auf Arbeitszufriedenheit und Betriebsklima auswirkt.
Auffällig ist die geringe Nutzung offizieller Beschwerdewege: Nur wenige wenden sich an Vorgesetzte oder interne Anlaufstellen. Stattdessen bewältigen viele die Situation allein oder im privaten Umfeld.
Als wichtige Maßnahmen nennt die Studie mehr Sensibilisierung, klare Verantwortlichkeiten von Führungskräften sowie transparente Beschwerdestrukturen. Zudem wird empfohlen, Männer gezielt einzubeziehen und als Verbündete zu stärken.
Studie: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neue-studie-zeigt-ausmass-und-folgen-von-sexismus-am-arbeitsplatz-285462
Quelle: https://gemeinsam-gegen-sexismus.de/sexismus-am-arbeitsplatz-studie/
8.04.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Das Bundesfrauenministerium hat am 7. April ein neues Förderverfahren für Modellprojekte zur Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt gestartet. Träger können sich noch bis zum 15. Mai bewerben.
Gefördert werden insbesondere Projekte in den Bereichen Bildung, Täterarbeit, sozialraumorientierte Ansätze und digitale Gewaltprävention. Grundlage ist eine zuvor durchgeführte Bedarfsanalyse (2023–2025), die bestehende Maßnahmen bewertet und Empfehlungen für zukünftige Strategien entwickelt hat.
Mit den neuen Modellprojekten sollen Präventionsmaßnahmen wissenschaftlich fundiert weiter ausgebaut und im Einklang mit internationalen Vorgaben wie der Istanbul-Konvention umgesetzt werden.
Quelle: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neues-interessenbekundungsverfahren-gestartet-282720
24.03.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Der Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb) fordert umfassende gesetzliche Reformen, da Betroffene von digitaler Gewalt bislang oft unzureichend geschützt sind. Digitale Übergriffe wie Revenge Porn oder Deepfakes verletzen massiv die Rechte der Betroffenen – vor allem von Frauen – und müssten konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Auch Plattformen und KI-Systeme sollen stärker reguliert werden.
Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat bereits Handlungsbedarf signalisiert. Der Tenor: Digitale Gewalt ist reale Gewalt – und braucht endlich wirksame gesetzliche Antworten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema durch eine breite Initiative aus Politik und Zivilgesellschaft: Mehr als 250 Frauen haben ein Zehn-Punkte-Papier für strengere Maßnahmen gegen digitale sexualisierte Gewalt unterzeichnet.
Zu den zentralen Forderungen zählen die Strafbarkeit nicht-einvernehmlicher sexualisierter Deepfakes, ein Verbot sogenannter „Nudify-Apps“ sowie strengere Pflichten für Plattformen, entsprechende Inhalte schnell zu löschen. Zudem sollen Betroffene klare Rechtsansprüche auf Auskunft, Löschung und die Identifizierung der Täter erhalten.
Quellen:
djb Stellungnahme „Zugang zu Recht in Fällen digitaler Gewalt“: https://www.djb.de/presse/stellungnahmen/detail/26-06d
tagesschau „Fall Collien Fernandes – Zehn Forderungen gegen sexualisierte Gewalt“: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/aufruf-sexualisierte-gewalt-frauen-100.html
4.03.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Das rheinland-pfälzische Frauenministerium baut das Modellprojekt „Second Stage“ weiter aus. Wie Frauenministerin Katharina Binz mitteilte, startet ein neues Interessenbekundungsverfahren für zwei zusätzliche Standorte an Frauenhäusern.
Ziel des Projekts ist es, Frauen nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus beim Übergang in ein eigenständiges Leben zu begleiten. Durch den Umzug weitgehend stabilisierter Bewohnerinnen in sogenannte „Second Stage“-Wohnangebote werden Plätze in den Frauenhäusern schneller frei. So können Frauen in akuten Krisensituationen rascher Schutz finden.
Alle Träger von Frauenhäusern in Rheinland-Pfalz sind antragsberechtigt. Die Förderung beträgt bis zu 60.000 Euro pro Haushaltsjahr und Standort und kann für Personal- und Sachkosten eingesetzt werden. Die Interessenbekundung ist bis zum 10. April 2026 beim Ministerium einzureichen.
Das Modellprojekt wurde 2022 gestartet und ist derzeit an neun Frauenhäusern etabliert. Aktuell profitieren 19 Frauen mit ihren Kindern von dem Angebot. Perspektivisch soll „Second Stage“ an allen Frauenhäusern im Land verankert werden, um Betroffene nachhaltig zu stabilisieren und eine Rückkehr in gewaltgeprägte Lebenssituationen zu verhindern.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/frauenministerin-binz-neues-interessenbekundungsverfahren-fuer-zwei-weitere-second-stage-standorte-an-frauenhaeusern