Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

Wahlprogramme offenbaren das Frauenbild rechtspopulistischer Parteien in Europa

Die Friedrich-Naumann-Stiftung „Für die Freiheit“, die die Wahlprogramme ausgewählter rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien in Europa analysiert hat, meldete: „In den rechtspopulistischen Parteien Europas werden als Frauen diejenigen verstanden, die heterosexuell sind, in einer Ehe mit einem Mann leben und keinen Migrationshintergrund haben. Frauen werden besonders dann als Frauen betrachtet, wenn sie Schwangerschaftsabbrüche ablehnen und viele Kinder gebären wollen“. Untersucht worden sei, wie die Parteien, u. a. die AfD Deutschland, „Gleichstellung und geschlechtsspezifische Themen bewerten, in Zukunft fördern oder gar gezielt einschränken wollen“. Das Familienbild der Parteien sei „traditionell, heteronormativ“ und zeichne sich „alleinig durch eine Ehe zwischen Mann und Frau aus“. Eine Ausnahme sei die französische Partei „Rassemblement National“, die auch alleinerziehende Mütter fördern wolle.

Zum EU-Wahlprogramm der AfD lautet die Analyse der Stiftung: „Die AfD schreibt in ihrem Europawahlprogramm, dass sie Chancengleichheit für Frauen und Männer anstrebt und die gesellschaftliche Ungleichbehandlung von Männern und Frauen nicht toleriert. Als Untermauerung wird eine Ablehnung von Kinder-, Viel- und Zwangsehen, und auch von Genitalverstümmelung und Vollverschleierung genannt. Die Vollverschleierung soll nach französischem Vorbild im öffentlichen Raum verboten werden. Nach Interpretation der AfD zerstören EU- und UN-Institutionen die europäische Vielfalt von Traditionen, Sprachen und Regionen durch die Förderung von Inklusion, Chancengleichheit, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit. Die AfD kritisiert die EU-Förderung von Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit und zeigt damit, dass sie nicht für eine volle Umsetzung von Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen einsteht. Vielmehr sollen Frauen in traditionelle Rollen zurückgedrängt werden.“

Quelle: fpd 854, www.freiheit.org/de/deutschland/frauenbild-und-frauenrechte-eine-analyse-von-rechtspopulistischen-parteiprogrammen-vor

Polizeiliche Kriminalstatistik 2023 verzeichnet einen Anstieg von Straftaten

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden 2023 in Deutschland 507.927 weibliche Personen (40,7 Prozent) und 741.402 männliche Personen (59,3 Prozent) Opfer von Straftaten, was ein Plus von insgesamt 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeute. Mit einem Plus von 2,2 Prozent seien 2023 hierzulande 11.617 Frauen gegenüber 680 Männern, Opfer von „Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge“ geworden. Zudem belege die Statistik 51.715 weibliche Opfer von „gefährlicher und schwerer Körperverletzung einschl. Verstümmelung weiblicher Genitalien“.
Die insgesamt registrierten Tatverdächtigen waren 2023, laut BKA, mit einem Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu 571.226 weiblich und mit einem Plus von 7 Prozent zu 1.565.240 männlich.

Quelle: fpd 854, www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/statistikenlagebilder_node.html

„Mädchen sind nach wie vor häufiger von Cybermobbing betroffen als Jungen”

Ein Ergebnis der aktuellen Jugendumfrage 2023/24 des SINUS-Instituts, im Auftrag der BARMER lautet: „Mädchen sind nach wie vor häufiger von Cybermobbing betroffen als Jungen.” Eindeutiger Spitzenreiter unter den Cyber-Mobbing-Kanälen bleibe, ohne geschlechtsspezifische Schwerpunkte, auch in diesem Jahr „Whats App”. Bei Instagram sei zwar insgesamt ein leichter Rückgang zu verzeichnen, dort seien es jedoch weiterhin eher Mädchen (38 Prozent) als Jungen (29 Prozent) die Cyber-Mobbing wahrnähmen (2021: 50 Prozent vs. 32 Prozent). Eine überwältigende Mehrheit aller Jugendlichen mit Cyber-Mobbing-Erfahrung sei auch 2023 Beleidigungen ausgesetzt gewesen oder habe sie beobachtet. Dass Gerüchte in die Welt gesetzt wurden, hätten insbesondere Mädchen (59 Prozent) beklagt, während Jungen (44 Prozent) dies weniger stark wahrgenommen hätten. Als Ansprechpartner*innen bei Cybermobbing seien, unabhängig vom Geschlecht, auch in 2023, nach wie vor, vor allem die Eltern genannt worden. Für einen Großteil der Mädchen (54 Prozent) seien jedoch auch Freund*innen weiterhin (2021: 52 Prozent) wichtige Ansprechpartner*innen bei dem Problem. „Eine fatale Entwicklung und nicht richtig!“, nennt die Studie die Erkenntnis, dass „zu viele Jugendliche versuchen, Cybermobbing zu ignorieren oder selbst zu lösen“. Cybermobbing lasse sich häufig nicht wirklich ignorieren und die Lösung sollte den Betroffenen nicht allein überlassen wer-den, heißt es weiter im Kapitel „Cybermobbing“ der Studie, für die Ende 23 repräsentativ 2003 Jugendliche von 14 bis 17 Jahren befragt wurden.

Alle Studienergebnisse und Hilfsangebote unter: www.barmer.de/gesundheit-verstehen/psyche/psychische-gesundheit/cybermobbing-1004164

Quelle: fpd 852

„Antifeministisch motivierte Angriffe werden dramatisch unterschätzt und kleingeredet“

Von der „Meldestelle Antifeminismus“ der Amadeu Antonio-Stiftung, die ein Jahr nachdem sie ihre Arbeit aufgenommen hat ein erstes Lagebild veröffentlichte, heißt es: „Kaum ein anderes gesellschaftspolitisches Feld wird derart massiv, aber gleichzeitig unbemerkt angegriffen, wie die Gleichstellungs-, Geschlechter- und Familienpolitik.“ Demnach sind „814 der eingegangenen Meldungen als valider Vorfall bzw. verifizierte Betroffenen-Meldung dokumentiert worden. Gemeldet wurden Gewalt, Bedrohungen, Beleidigungen, aber auch Sachbeschädigungen, sowie Benachteiligung und antifeministische Mobilisierung. 372 der Meldungen wurden als ‚antifeministischer Vorfall‘ eingeordnet“. Frauenfeindliche, misogyne oder sexistische Botschaften (167) und Angriffe auf geschlechtliche und sexuelle Vielfalt (149) seien dabei mit Abstand die häufigsten Inhalte der als antifeministisch eingeordneten Vorfälle, so die, im Rahmen des Projekts „Antifeminismus begegnen – Demokratie stärken“, vom Bundesfrauenministerium geförderten Stelle. „Die Verbreitung und die Auswirkungen antifeministisch motivierter Angriffe werden dramatisch unterschätzt und kleingeredet. Wir haben erst begonnen, das Dunkelfeld zu erhellen. Schon jetzt zeigt sich, wie über Antifeminismus politisch Engagierte und Organisationen eingeschüchtert und bedroht werden, aber auch digitale, verbale und körperliche Angriffe erleben“, erklärte dazu Judith Rahner von der Stiftung. „Wenn sich Frauen und queere Menschen aus Politik, Journalismus und Aktivismus wegen der Angriffe aus der Öffentlichkeit zurückziehen, müssen wir von einer handfesten Bedrohung für Demokratie und gesellschaftliche Teilhabe sprechen. Politik und Sicherheitsbehörden sind jetzt gefragt, den Schutz von Lokalpolitiker*innen, Engagierten und auch Gleichstellungsbeauftragten zu gewährleisten.“

Quelle: fpd 852

Frauen werden beim Online-Dating häufiger Opfer von digitalem Stalking als Männer

Laut einer Meldung der pressetext.redaktion waren, nach einer Umfrage des IT-Security- Spezialisten Kaspersky, jede fünfte Online-Dating-Nutzerin und jeder -Nutzer in Deutschland bereits von digitalem Stalking betroffen. Im Geschlechtervergleich hätten Frauen (44 Prozent) dabei häufiger von einer Form von Gewalt oder Missbrauch bei der Nutzung von Online-Dating berichtet als Männer (39 Prozent). Bei der Frage nach der „Sorge online gestalkt zu werden“, hätten ebenfalls Frauen (31 Prozent) mehr Bedenken geäußert als Männer (26 Prozent). Insgesamt hätten 17 Prozent der Befragten unerwünschte E-Mails oder Nachrichten bekommen, 12 Prozent seien ohne ihr Einverständnis gefilmt oder fotografiert worden, bei 10 Prozent sei der Standort geortet, bei 6 Prozent Social-Media-Konten oder E-Mails gehackt und bei weiteren 6 Prozent Stalkerware installiert worden, so pressetext.com.

Quelle: fpd 847

„Hass im Netz – Besonders häufig betroffen sind junge Frauen“

Bundesfrauenministerin Lisa Paus erklärte bei der Vorstellung der Studie „Lauter Hass – leiser Rückzug“ des „Kompetenznetzwerks gegen Hass im Netz“: „Jeden Tag werden Menschen im Netz beleidigt, belästigt und bedroht. Viele ziehen sich zurück, das gefährdet Meinungsvielfalt und Demokratie. Umso wichtiger ist es, aktiv dagegen vorzugehen.“
„Fast jede zweite Person wurde schon einmal online beleidigt. Besonders häufig betroffen sind junge Frauen (30 Prozent), Menschen mit sichtbarem Migrationshintergrund (30 Prozent) und Personen mit homosexueller (28 Prozent) oder bisexueller Orientierung (36 Prozent). Fast jede zweite junge Frau (42 Prozent) erhielt bereits ungefragt ein Nacktfoto“, so die Ergebnisse der Studie. Auswirkungen davon seien „psychische Belastungen, Probleme mit dem Selbstbild oder sozialer Rückzug“. Dies habe Folgen für die Meinungsfreiheit. Mehr als die Hälfte, der im Rahmen der Studie repräsentativ Befragten habe angegeben, sich aus den genannten Gründen im Internet seltener zur eigenen politischen Meinung (57 Prozent) zu bekennen oder sich seltener an Diskussionen (55 Prozent) zu beteiligen.

„Hass im Netz destabilisiert die Grundfesten unserer Demokratie“
„Die Studie bestätigt in weiten Teilen: Hass im Netz destabilisiert die Grundfesten unserer Demokratie. Die Politik muss dringend handeln, um dieser Entwicklung etwas entgegensetzen zu können“, so das Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz. Das vom Bundesfrauenministerium im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ geförderte Netzwerk fordert daher von der Politik: „Betroffene müssen besser geschützt und unterstützt werden!“, „Social-Media-Plattformen müssen finanziell zur Verantwortung gezogen werden!“ und „Medienkompetenz und politische Bildung müssen gestärkt werden“.

Quelle: fpd 847, https://kompetenznetzwerk-hass-im-netz.de/lauter-hass-leiser-rueckzug/