4.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
In Deutschland ist die Frau in Paarhaushalten weiterhin selten die Haupteinkommensbezieherin. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März auf Basis erster Ergebnisse der EU-SILC-Erhebung 2025 mitteilt, erzielt nur in 9,9 Prozent der Paare die Frau mehr Einkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner.
In 55,8 Prozent der Haushalte ist hingegen der Mann Hauptverdiener. Bei 34,3 Prozent der Paare verfügen beide über ein in etwa gleich hohes Einkommen. Als Haupteinkommensperson gilt, wer mindestens 60 Prozent zum gemeinsamen Nettoeinkommen beiträgt.
Deutlicher werden die Unterschiede in Familien mit Kindern: Hier ist nur in 7,7 Prozent der Fälle die Frau Hauptverdienerin, während in 64,6 Prozent der Haushalte mit Kindern der Mann das höhere Einkommen erzielt. Ohne Kinder fällt das Ungleichgewicht etwas geringer aus – doch auch hier liegt der Männeranteil als Hauptverdiener mit 50,1 Prozent klar über dem der Frauen (11,4 Prozent).
Ein wesentlicher Grund: Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt, während Väter seltener ihre Arbeitszeit reduzieren.
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_10_p002.html?nn=2110
4.03.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Das rheinland-pfälzische Frauenministerium baut das Modellprojekt „Second Stage“ weiter aus. Wie Frauenministerin Katharina Binz mitteilte, startet ein neues Interessenbekundungsverfahren für zwei zusätzliche Standorte an Frauenhäusern.
Ziel des Projekts ist es, Frauen nach ihrem Aufenthalt im Frauenhaus beim Übergang in ein eigenständiges Leben zu begleiten. Durch den Umzug weitgehend stabilisierter Bewohnerinnen in sogenannte „Second Stage“-Wohnangebote werden Plätze in den Frauenhäusern schneller frei. So können Frauen in akuten Krisensituationen rascher Schutz finden.
Alle Träger von Frauenhäusern in Rheinland-Pfalz sind antragsberechtigt. Die Förderung beträgt bis zu 60.000 Euro pro Haushaltsjahr und Standort und kann für Personal- und Sachkosten eingesetzt werden. Die Interessenbekundung ist bis zum 10. April 2026 beim Ministerium einzureichen.
Das Modellprojekt wurde 2022 gestartet und ist derzeit an neun Frauenhäusern etabliert. Aktuell profitieren 19 Frauen mit ihren Kindern von dem Angebot. Perspektivisch soll „Second Stage“ an allen Frauenhäusern im Land verankert werden, um Betroffene nachhaltig zu stabilisieren und eine Rückkehr in gewaltgeprägte Lebenssituationen zu verhindern.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/frauenministerin-binz-neues-interessenbekundungsverfahren-fuer-zwei-weitere-second-stage-standorte-an-frauenhaeusern
4.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Am 27. Februar 2026 war Equal Pay Day. Der Aktionstag macht jedes Jahr darauf aufmerksam, dass Frauen in Deutschland im Schnitt noch immer weniger verdienen als Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Gender Pay Gap zuletzt unverändert bei 16 Prozent. Rein rechnerisch arbeiten Frauen somit bis zu diesem Datum unbezahlt, während Männer bereits seit dem 1. Januar Einkommen erzielen.
Frauen erhielten 2025 durchschnittlich 22,81 Euro brutto pro Stunde, Männer hingegen 27,05 Euro. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit bleibt eine bereinigte Lohnlücke von sechs Prozent bestehen.
Katharina Binz, Frauenministerin in Rheinland-Pfalz, betont, dass der Gender Pay Gap nicht zufällig entstehe, sondern strukturelle Ursachen habe. Rollenbilder, Teilzeitarbeit, Sorgearbeit und die Konzentration von Frauen in geringer bezahlten Berufen wirkten sich über das gesamte Erwerbsleben hinweg aus – bis hin zu einem erhöhten Risiko von Altersarmut. „Equal Pay muss jeden Tag Realität werden“, so Binz.
Die Equal Pay Day Kampagne 2026 steht unter dem Motto „equal pay every day“ und nimmt die langfristige Entwicklung von Entgeltungleichheit in den Blick. Als wichtigen Schritt bezeichnet Binz die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie, um faire und transparente Gehaltsstrukturen zu fördern.
In Rheinland-Pfalz unterstützt das Ministerium für Frauen, Familie, Kultur und Integration mit Projekten wie „FairPay in RLP“ und der „Female Empowerment Academy“ Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung und finanziellen Selbstbestimmung. Ergänzend bieten die Beratungsstellen Frau und Beruf landesweit individuelle Unterstützung an.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/frauenministerin-katharina-binz-equal-pay-muss-jeden-tag-realitaet-werden
4.02.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft
Das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration (MFFKI) unterstützt den Schutz vor Diskriminierung und fördert das Antidiskriminierungsbüro Rheinland-Pfalz im Jahr 2026 mit rund 283.000 Euro. Den Förderbescheid übergab Ministerin Katharina Binz persönlich an den Träger, das Netzwerk diskriminierungsfreies Rheinland-Pfalz e.V.
Ministerin Binz betonte die wachsende Bedeutung unabhängiger Antidiskriminierungsberatung. Die stark gestiegene Zahl der Anfragen zeige den hohen Bedarf: 2025 wurden 295 Diskriminierungsbeschwerden registriert – ein Anstieg um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit der Förderung soll das aus einem Modellprojekt hervorgegangene Beratungsangebot landesweit gesichert und weiter ausgebaut werden.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/familienministerium-foerdert-antidiskriminierungsbuero-mit-rund-283000-euro
29.01.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Veranstaltungen
In dieser Vortragsreihe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft RLP dreht sich alles um finanzielle Selbstbestimmung und Sicherheit für Frauen. Im Tagesworkshop erhalten die Teilnehmerinnen einen praxisnahen Überblick über ihre finanzielle Situation, lernen Einnahmen und Ausgaben besser zu steuern und typische Finanzmythen zu entlarven. Themen wie Notgroschen, Absicherung bei Krankheit, Sachversicherungen, Vollmachten und Verträge sowie Altersvorsorge stehen ebenso im Fokus wie der Schritt von der Sparerin zur Anlegerin. Abgerundet wird der Workshop durch Einblicke in Emotionen bei Finanzentscheidungen und einen verständlichen Überblick über verschiedene Anlageklassen.
Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeit: https://www.gew-rlp.de/veranstaltungen/detailseite/frauen-und-finanzen-selbst-ist-die-frau
29.01.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Die Bundesregierung hat den Evaluierungsbericht zur Wirksamkeit des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) für den Zeitraum 2021 bis 2024 vorgelegt. Der Bericht bestätigt, dass das Gesetz einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Bundesdienst leistet.
Insbesondere der Frauenanteil in Führungspositionen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Seit 2019 verzeichnet der Bundesdienst in allen Verwaltungsbereichen kontinuierliche Fortschritte. Gleichzeitig zeigt die Evaluation, dass Gleichstellung noch nicht in allen Dienststellen gleichermaßen verankert ist.
Bundesfrauenministerin Karin Prien betont, der Bund gehe als Arbeitgeber mit gutem Beispiel voran, dürfe in seinem Engagement für Gleichstellung und Chancengerechtigkeit jedoch nicht nachlassen.
Der Bericht empfiehlt unter anderem verpflichtende Schulungen für Führungskräfte sowie eine stärkere Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf wurden Fortschritte erzielt, bestehende Potenziale jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Die Bundesregierung greift die Empfehlungen der Evaluation auf. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend will die Umsetzung des Gesetzes künftig mit weiteren Unterstützungsangeboten begleiten.
Den Bericht sowie weitere Informationen finden Sie auf:
www.bmbfsfj.bund.de/bericht-zum-bundesgleichstellungsgesetz
www.bmbfsfj.bund.de/frauen-in-fuehrungspositionen/bundesverwaltung