13.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Der Abschlussbericht der Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) zeigt deutlich, dass rassistische Diskriminierung in verschiedenen staatlichen Einrichtungen vorkommt. Die am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) durchgeführte Untersuchung lief über drei Jahre, umfasste zehn Standorte und bestand aus 23 Teilprojekten. Dabei wurden unter anderem Jobcenter, Ausländerbehörden, Polizei, Zoll, Justiz sowie Einrichtungen im Gesundheits-, Jugend- und Sozialbereich analysiert.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionen nachweisbar ist – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Sie zeigt sich sowohl in persönlichen Einstellungen von Mitarbeitenden als auch in konkreten Abläufen und Entscheidungen innerhalb der Behörden.
Zusätzlich ergab eine Befragung von Betroffenen, dass viele der diskriminierten Personen unter den Folgen leiden. Dazu gehören unter anderem Versagensängste, Selbstzweifel und langfristige psychische Belastungen bis hin zu anhaltenden Angstzuständen.
Zentrale Ergebnisse der InRa-Studie finden Sie hier: https://fgz-risc.de/forschung/inra-studie
1.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Der Frauenanteil in Führungspositionen der Bundesverwaltung ist erneut leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mit dem Gleichstellungsindex 2025 mitteilt, lag der Anteil zum Stichtag 30. Juni 2025 um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Seit Einführung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen im Jahr 2015 konnte insgesamt ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten erreicht werden.
Trotz dieser Entwicklung besteht weiterhin Nachholbedarf: In 16 von 25 obersten Bundesbehörden sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Das gesetzlich verankerte Ziel einer gleichberechtigten Besetzung bis Ende 2025 ist damit bislang nicht erreicht.
Auch ein erweitertes Monitoring zeigt gemischte Ergebnisse: Bezieht man den nachgeordneten Bereich der Bundesverwaltung mit rund 600.000 Beschäftigten ein, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen aktuell bei 47 Prozent.
Weitere Informationen sowie den Gleichstellungsindex 2025 finden Sie hier: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/frauenanteil-an-fuehrungspositionen-der-bundesverwaltung-weiter-gestiegen-282400
24.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Beim 13. dbb-Bundesfrauenkongress haben Vertreterinnen aus Politik und öffentlichem Dienst mehr Einsatz für die Gleichstellung von Frauen gefordert. Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, betonte, dass gerade in Krisenzeiten die Perspektiven von Frauen unverzichtbar seien. Gleichberechtigung sei kein Hindernis, sondern ein entscheidender Faktor zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Stärkung der Demokratie.
Auch Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig unterstrich die Bedeutung weiblicher Repräsentanz in der Politik. Mehr Frauen in Parlamenten verbesserten nicht nur die Legitimation demokratischer Entscheidungen, sondern sorgten auch dafür, dass zentrale Themen wie Mutterschutz, Sorgearbeit und Gewalt gegen Frauen stärker in den Fokus rücken.
Angesichts zunehmender Bedrohungen für Frauenrechte weltweit riefen beide dazu auf, Gleichstellung entschlossen voranzutreiben und Frauen stärker an politischen Entscheidungen zu beteiligen.
Quelle: https://www.dbb-frauen.de/artikel/gleichstellung-jetzt-erst-recht.html
18.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Auf der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York kritisierte António Guterres Rückschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter. Er warnte, dass Frauenrechte zunehmend durch Entwicklungen im Bereich Internettechnologie und Künstliche Intelligenz unter Druck geraten. Das Patriarchat wirke weiterhin stark nach – auch in den globalen Technologiezentren wie dem Silicon Valley. Dort würden alte Machtstrukturen in die Technologien von morgen eingebaut. Guterres betonte zudem, dass Frauen in der Tech-Branche mit nur etwa einem Viertel deutlich unterrepräsentiert seien. Wenn sie nicht aktiv an der Gestaltung digitaler Systeme beteiligt sind, bestehe die Gefahr, dass diese von männlich geprägten Denkmustern dominiert werden.
Quelle: https://unric.org/de/70-sitzung-der-un-frauenrechskommission-guterres-beklagt-rueckschritte-bei-gleichstellung/
UN-Women Deutschland: https://unwomen.de/70-sitzung-der-un-frauenrechtskommission-2026/
9.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
In Deutschland gehen die Meinungen darüber, wie weit die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangekommen ist, deutlich auseinander. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage anlässlich des Weltfrauentags 2026 ist fast die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) der Ansicht, dass bereits genug für die Gleichstellung getan wurde – elf Prozentpunkte mehr als noch 2019. Nahezu ebenso viele Befragte (45 Prozent) sehen das jedoch anders und halten weitere Maßnahmen für notwendig.
Besonders deutlich zeigt sich eine Geschlechterlücke bei den Einschätzungen: Während eine Mehrheit der Männer (55 Prozent) den bisherigen Einsatz für ausreichend hält, stimmen nur 36 Prozent der Frauen dieser Aussage zu. Die Ergebnisse sind Teil einer internationalen Ipsos-Befragung unter mehr als 23.000 Menschen in 29 Ländern, die Einstellungen zu Rollenbildern, Arbeitsteilung und Frauen in Führungspositionen untersucht.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Im internationalen Vergleich vertreten Männer der Generation Z unter allen befragten Gruppen die traditionellsten Ansichten zur Rollenverteilung. Besonders deutlich wird dieser Unterschied im Vergleich zu Männern aus der Babyboomer-Generation.
Weiter Informationen und Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier: https://www.ipsos.com/de-de/studie-weltfrauentag-2026
9.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt auf:
Knapp jede zweite teilzeitbeschäftigte Frau in Deutschland zwischen 45 und 66 Jahren sieht kaum finanzielle Vorteile darin, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Ein Grund dafür ist das Ehegattensplitting, das für viele Zweitverdienende steuerliche Nachteile mit sich bringt und zusätzliche Erwerbstätigkeit unattraktiver macht. Würde vom zusätzlichen Einkommen mehr Netto übrig bleiben, könnten deutlich mehr Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten oder eine Beschäftigung aufnehmen. Schätzungen zufolge ließen sich so rund 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzen. Gleichzeitig könnte der Anteil schlecht abgesicherter Minijobs sinken, während sozialversicherungspflichtige Teilzeit- und Vollzeitstellen zunehmen würden.
Die Studie „Erwerbsbeteiligung von Frauen ab 45“ finden Sie hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/erwerbsbeteiligung-von-frauen-ab-45