14.07.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Die dbb bundesfrauenvertretung kritisiert die geplante Kürzung des Unterhaltsvorschusses vom 18. auf das 15. Lebensjahr scharf. Statt bei Alleinerziehenden und ihren Kindern zu sparen, müsse die Politik ausstehende Unterhaltszahlungen konsequenter eintreiben. Nach Angaben der dbb frauen wurden 2025 lediglich 17 Prozent der säumigen Unterhaltsforderungen vollstreckt.
Die geplante Regelung treffe vor allem Frauen, da die Mehrheit der Alleinerziehenden Mütter seien. Die dbb frauen fordern deshalb, die zuständigen Behörden personell und organisatorisch besser auszustatten, um offene Unterhaltsforderungen wirksamer durchzusetzen. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass die finanzielle Belastung mit zunehmendem Alter der Kinder steige und eine Kürzung des Unterhaltsvorschusses gerade Familien mit älteren Kindern besonders hart treffen würde.
Quelle: https://www.dbb-frauen.de/artikel/politik-spart-bei-alleinerziehenden-statt-die-verwaltung-zu-staerken.html
30.06.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Die Bundesverwaltung hat ihr Ziel einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen an Führungspositionen laut eigener Aussage erreicht: Zum Stichtag 31. Dezember 2025 lag der Frauenanteil bei 47 Prozent und damit knapp unter der Zielmarke von 50 Prozent. Bundesfrauenministerin Karin Prien wertete die Entwicklung als „deutliches Zeichen für Gleichstellung“ und betonte, dass die Förderung von Frauen in Führungspositionen sowie die bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf weiter vorangetrieben werden sollen. 2015 hatte der Frauenanteil in Führungspositionen des Bundes noch bei 33 Prozent gelegen.
Quelle: www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/-ein-deutliches-zeichen-fuer-gleichstellung–290574
6.05.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Eine aktuelle Studie des Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ zeigt das Ausmaß von Sexismus im Berufsleben: 63 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland haben im Laufe ihrer Karriere entsprechende Erfahrungen gemacht. Besonders betroffen sind Frauen (70 Prozent) sowie trans, inter und nicht-binäre Personen (81 Prozent), aber auch 52 Prozent der Männer berichten von Vorfällen.
Die am 4. Mai 2026 veröffentlichte Studie „Sexismus am Arbeitsplatz“ liefert erstmals repräsentative Daten zu Erscheinungsformen, Verbreitung und Folgen. Viele Betroffene leiden unter emotionalen (41 Prozent), psychischen (31 Prozent) und körperlichen (24 Prozent) Belastungen, was sich auch negativ auf Arbeitszufriedenheit und Betriebsklima auswirkt.
Auffällig ist die geringe Nutzung offizieller Beschwerdewege: Nur wenige wenden sich an Vorgesetzte oder interne Anlaufstellen. Stattdessen bewältigen viele die Situation allein oder im privaten Umfeld.
Als wichtige Maßnahmen nennt die Studie mehr Sensibilisierung, klare Verantwortlichkeiten von Führungskräften sowie transparente Beschwerdestrukturen. Zudem wird empfohlen, Männer gezielt einzubeziehen und als Verbündete zu stärken.
Studie: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neue-studie-zeigt-ausmass-und-folgen-von-sexismus-am-arbeitsplatz-285462
Quelle: https://gemeinsam-gegen-sexismus.de/sexismus-am-arbeitsplatz-studie/
13.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Der Abschlussbericht der Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) zeigt deutlich, dass rassistische Diskriminierung in verschiedenen staatlichen Einrichtungen vorkommt. Die am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) durchgeführte Untersuchung lief über drei Jahre, umfasste zehn Standorte und bestand aus 23 Teilprojekten. Dabei wurden unter anderem Jobcenter, Ausländerbehörden, Polizei, Zoll, Justiz sowie Einrichtungen im Gesundheits-, Jugend- und Sozialbereich analysiert.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionen nachweisbar ist – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Sie zeigt sich sowohl in persönlichen Einstellungen von Mitarbeitenden als auch in konkreten Abläufen und Entscheidungen innerhalb der Behörden.
Zusätzlich ergab eine Befragung von Betroffenen, dass viele der diskriminierten Personen unter den Folgen leiden. Dazu gehören unter anderem Versagensängste, Selbstzweifel und langfristige psychische Belastungen bis hin zu anhaltenden Angstzuständen.
Zentrale Ergebnisse der InRa-Studie finden Sie hier: https://fgz-risc.de/forschung/inra-studie
1.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Der Frauenanteil in Führungspositionen der Bundesverwaltung ist erneut leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mit dem Gleichstellungsindex 2025 mitteilt, lag der Anteil zum Stichtag 30. Juni 2025 um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Seit Einführung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen im Jahr 2015 konnte insgesamt ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten erreicht werden.
Trotz dieser Entwicklung besteht weiterhin Nachholbedarf: In 16 von 25 obersten Bundesbehörden sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Das gesetzlich verankerte Ziel einer gleichberechtigten Besetzung bis Ende 2025 ist damit bislang nicht erreicht.
Auch ein erweitertes Monitoring zeigt gemischte Ergebnisse: Bezieht man den nachgeordneten Bereich der Bundesverwaltung mit rund 600.000 Beschäftigten ein, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen aktuell bei 47 Prozent.
Weitere Informationen sowie den Gleichstellungsindex 2025 finden Sie hier: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/frauenanteil-an-fuehrungspositionen-der-bundesverwaltung-weiter-gestiegen-282400
24.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Beim 13. dbb-Bundesfrauenkongress haben Vertreterinnen aus Politik und öffentlichem Dienst mehr Einsatz für die Gleichstellung von Frauen gefordert. Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, betonte, dass gerade in Krisenzeiten die Perspektiven von Frauen unverzichtbar seien. Gleichberechtigung sei kein Hindernis, sondern ein entscheidender Faktor zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Stärkung der Demokratie.
Auch Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig unterstrich die Bedeutung weiblicher Repräsentanz in der Politik. Mehr Frauen in Parlamenten verbesserten nicht nur die Legitimation demokratischer Entscheidungen, sondern sorgten auch dafür, dass zentrale Themen wie Mutterschutz, Sorgearbeit und Gewalt gegen Frauen stärker in den Fokus rücken.
Angesichts zunehmender Bedrohungen für Frauenrechte weltweit riefen beide dazu auf, Gleichstellung entschlossen voranzutreiben und Frauen stärker an politischen Entscheidungen zu beteiligen.
Quelle: https://www.dbb-frauen.de/artikel/gleichstellung-jetzt-erst-recht.html