Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

„Von insgesamt 40 DAX-Konzernen werden künftig 2 ausschließlich von Frauen geleitet“

Die Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) teilt mit, dass der Frauenanteil in den DAX-Vorständen „leicht auf 19,1 Prozent“ gestiegen sei. Der Managerinnen-Anteil in den Vorständen der 40 größten, im Deutschen Aktienindex (DAX) gelisteten börsennotierten Konzerne sei „somit um 0,6 Prozentpunkte“ seit Jahresbeginn angewachsen. Künftig würden zwei DAX­Konzerne ausschließlich von Frauen geführt, denn Carla Kriwet sei zur Vorstandsvorsitzenden des Dialysekonzerns Fresenius Medical Care bestellt worden. Bislang war der Pharma- & Technologiekonzern Merck mit Belen Garijo an der Spitze das einzige Unternehmen im Dax, das allein von einer Frau geleitet wird.
Quelle: fpd 807

Künftig bessere Aufstiegschancen im Bundesdienst: Modellprojekt „Führen in Teilzeit“

Das Bundesfrauenministerium und die dbb frauen haben sich nach Mitteilung der dbb bundesfrauenvertretung „über verbesserte Aufstiegsmöglichkeiten für Teilzeitkräfte im Bundesdienst verständigt und als „gemeinsames Projekt“ ein Modellprojekt ‚Führen in Teilzeit‘“ gestartet. Gegenwärtig seien nur 11 Prozent der Beschäftigten im höheren Dienst mit Vorgesetzten- und Leitungsfunktionen in den obersten Bundesbehörden in Teilzeit tätig. Davon seien 73 Prozent Frauen. ‚Führen in Teilzeit‘ sei „immer noch die Ausnahme“, so die dbb bundesfrauenvertretung. Der Vertretung geht es nach eigener Aussage „vor allem darum, dass Teilzeitmodelle als Standardarbeitsverhältnisse anerkannt werden“. Gerade im höheren Dienst sollten sich Frauen „nicht zwischen ihren familiären Fürsorgepflichten und einer beruflichen Führungsposition entscheiden müssen“.
Quelle: fpd 807

„Die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern ist langsam, aber kontinuierlich gesunken“

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) teilte mit, dass „der Gender Pay Gap, also die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern, in den vergangenen Jahren langsam, aber kontinuierlich gesunken [ist]“. Allerdings, so das DIW weiter, sei der Gender Pay „in den letzten 30 Jahren fast nur bei Jüngeren“ kleiner geworden. In der Stellungnahme des Institutes heißt es wörtlich: „Familiengründung ist nach wie vor kritischer Wendepunkt für Erwerbsbiografien und Gehälter von Frauen, Reformen bei Elterngeld, Ehegattensplitting und Minijobs sind Ansatzpunkte, um Sorgearbeit gerechter aufzuteilen.“ Eine der Hauptursachen für den Gender Pay Gap sei, dass Frauen beruflich mehr teilzeitbeschäftigt seien, weil sie „viel mehr Anteil an der Sorgearbeit“ übernähmen als Männer.
Quelle: fpd 807

„Väter wollen mehr Verantwortung und gleiche Aufgaben In der Kindererziehung“

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) publizierte folgende Nachricht: „Die meisten Väter wünschen sich eine gleiche Aufgabenteilung bei der Kindererziehung: Die positiven Entwicklungen beim Elterngeld weisen darauf hin, dass sie es ernst meinen.“ 55 Prozent der Männer mit Kindern unter 10 Jahren wollten „die Hälfte der Betreuung übernehmen, 23 Prozent sogar den größeren Anteil“. Dass ihr Anteil tatsächlich bereits jetzt bei mindestens der Hälfte des Arbeitsaufwands liege, „meinen immerhin 49 Prozent der Väter“, so das Institut, jedoch mit folgendem Zusatz: „Die Mütter sind hier allerdings kritischer und sehen dies in nur 13 Prozent der Fälle erfüllt.“ Das IW stützt sich auf Daten des Instituts für Demoskopie Allensbach und vermerkt: „Ähnliche Verdienstchancen durch gleichere Berufswahl und ausreichend Betreuungsmöglichkeiten können zudem für eine gerechtere Aufgabenteilung beitragen.“
Quelle: fpd 807

„Der Staat bevorzugt das klassische Familienbild, Alleinerziehende haben das Nachsehen“

Eine Bertelsmann-Studie erhebt folgenden Vorwurf: Der Staat bevorzuge nach wie vor das klassische Familienbild, während Alleinerziehende das Nachsehen hätten. Die Studie mit dem Titel „Wer gewinnt? Wer verliert? Die Absicherung von Lebenseinkommen durch Familie und Staat“ kommt zusammengefasst zu folgenden Ergebnissen: „Frauen können sich, auf das gesamte Erwerbsleben gerechnet, nur etwas mehr als halb so viel Bruttoeinkommen erarbeiten wie Männer. Dieser sogenannte Gender Lifetime Earnings Gap ist für Mütter noch größer. Eine von unserer Stiftung geförderte Studie des Forscher:innenteams um Timm Bönke von der FU Berlin zeigt, dass sich diese Lücke mit Blick auf die verfügbaren Einkommen und damit den tatsächlichen Lebensstandard vor allem dann schließt, wenn Frauen sich innerhalb des traditionellen Familienbilds bewegen. Werden beide Einkommen im Haushalt zwischen den Eheleuten gleichmäßig aufgeteilt, fängt das Partnereinkommen Einkommensausfälle von Müttern infolge von Erwerbsunterbrechungen, beispielsweise durch Kindererziehungszeiten auf.
Fällt diese Absicherung im Haushalt jedoch weg, kann der Staat Einkommensausfälle in der Lebensperspektive nur unzureichend kompensieren: Heute Mitte-30-jährige verheiratete Mütter und Väter haben in ihrem Haupterwerbsalter, d.h. zwischen 20 und 55 Jahren, nach Steuern und Abgaben zuzüglich Transfers und Familienleistungen jeweils rund 700.000 Euro zur Verfügung. Frauen, die überwiegend alleinerziehend sind (mehr als die Hälfte der Erziehungszeit) kommen lediglich auf 520.000 Euro und müssen im Vergleich zu verheirateten Müttern damit durchschnittlich Einbußen von rund 25 Prozent hinnehmen. Der tatsächliche Lebensstandard hängt also stark von der Familienkonstellation und den wohlfahrtsstaatlichen Leistungen ab. Für verheiratete Mütter schließt sich die geschlechtsspezifische Lücke in den Lebenseinkommen – die Partnerschaft sichert sie finanziell ab. Alleinerziehende haben dagegen das Nachsehen, da sie von Partnereinkommen kaum oder gar nicht profitieren können.“
Die Studie finden Sie unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/wer-gewinnt-wer-verliert-all-1
Quelle: fpd 806

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ verzeichnet erneut Anstieg des Beratungsaufkommens

Das Beratungsaufkommen beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie angestiegen. Im Jahr 2021 verzeichnete das Hilfetelefon mit mehr als 54.000 Beratungen ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits 2020 hatte es einen Anstieg um 15 Prozent gegeben.
Die Beraterinnen am Hilfetelefon führten im Vorjahr pro Woche mehr als 1.000 Beratungen durch. Laut dem Jahresbericht war dabei häusliche Gewalt das Hauptthema mit rund 60 Prozent der Beratungen. Im Schnitt alle 20 Minuten erreichte das Hilfetelefon eine Anfrage, bei der Gewalt durch den (Ex-)Partner eine Rolle spielte. Es wandten sich rund neun von zehn Ratsuchenden (89 Prozent) telefonisch an das Hilfetelefon. Elf Prozent nutzten die Online-Beratung, die meisten davon per Sofort-Chat. Etwa zwei Drittel der Kontakte wurden abends und nachts (zwischen 18 und 8 Uhr) sowie an Wochenenden und Feiertagen aufgenommen.

Weitere Informationen zum bundesweiten Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ finden Sie unter: www.hilfetelefon.de
Den vollständigen Jahresbericht 2021 des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ finden Sie hier: www.hilfetelefon.de/presse

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 20.06.2022