Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

Bundesweite Frauenhausstatistik: „Deutsche Frauenhäuser im Pandemiejahr 2020“

Bundesweite Frauenhausstatistik: „Deutsche Frauenhäuser im Pandemiejahr 2020“

Die bundesweite Frauenhausstatistik, die der e.V. Frauenhauskoordinierung (FHK) unter dem Titel „Frauenhäuser und ihre Bewohner_innen“ vorgelegt hat, vermittelt einen Einblick in die Lage der deutschen Frauenhäuser im Pandemiejahr. Nach Mitteilung der FHK ist die Statistik „die einzige Erhebung, die regelmäßig Daten von Frauenhäusern bundesweit erfasst.“

Kurz bzw. Langfassung der Frauenhausstatistik kostenfrei unter: https://www.frauenhauskoordinierung.de/arbeitsfelder/fhk-bewohner-innenstatistik/

Quelle: fpd 796

„Wohlbefinden vor allem von Müttern und Alleinerziehenden leidet unter Corona“

Eine aktuelle Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) zur „mentalen Gesundheit von Eltern während der Pandemie“ kommt zu dem Ergebnis, dass „das psychische Wohlbefinden von Eltern in Deutschland während der Pandemie messbar gelitten“ habe. „Besonders gelitten“ hätten im Untersuchungszeitraum von März 2020 bis April 2021 „Mütter und sozial benachteiligte Personen“. Die Eltern seien je nach Geschlecht, finanzieller Lage, dem Alter und der Anzahl der Kinder „unterschiedlich stark von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen“. Von einer stärkeren allgemeinen psychischen Belastung hätten insbesondere Frauen, Befragte mit niedrigerem Einkommen, Alleinerziehende und Eltern mit jüngeren Kindern berichtet.

Quelle: fpd 796

„Nach Deutschland wandern überproportional nicht Frauen, sondern Männer ein“

„Der Spiegel“ berichtet, dass nicht Frauen und ihre Kinder überproportional nach Deutschland einwandern, sondern Männer. Das Magazin beschreibt eine „maskuline Migration“ mit besseren Chancen für Männer, auf dem erschwerten Weg nach Europa durchzukommen. Der „Missstand“, dass es „Geschlechtergerechtigkeit auf der Flucht“ nicht gebe, wirke sich „unmittelbar auf die hiesige Migrationsstatistik“ aus und könne „nach Ansicht von Forschern auch zum Problem für die deutsche Gesellschaft werden“. Während der Frauenanteil unter „Zuwanderern – auf alle Gruppen bezogen und nicht nur auf Geflüchtete – europaweit 2017 bei 52 %“ gelegen habe, seien in Deutschland in diesem Jahr nur 43 % der Einwanderer weiblich gewesen, im Mittel der Jahre 2009 bis 2018 sogar nur 39 %. Da man sich bei der Partnerwahl erst einmal auf die eigene Bevölkerungsgruppe bezöge, könne „Frauenmangel deshalb zu Frustration führen und Integration verzögern“.

Quelle: fpd 796

„Die Pandemie hat häusliche Gewalt verstärkt“ – das zeigt eine neue Umfrage von YouGov

Die Corona-Pandemie habe in Deutschland „die häusliche Gewalt verstärkt“. Dies berichtete die „SZ“ gestützt auf Ergebnisse einer von der neuen Anti-Gewalt-Organisation „Frontline 100“ veranlassten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. 39 Prozent der Frauen, die in der Umfrage angegeben hatten, von häuslicher Gewalt betroffen zu sein, hätten zudem gesagt, „die Gewalt sei seit Corona intensiver geworden“. Die Umfrage habe auch ergeben, dass deutlich mehr Frauen am Arbeitsplatz über Gewalt sprächen, die sie erfahren haben. Vor Corona hätten sich nur 9 Prozent der Opfer an Kolleginnen und Kolleginnen gewandt, um über Ihre Erlebnisse zu sprechen, dagegen seien es während der Pandemie 21 Prozent gewesen. Allerdings sei nur ein Drittel bei Vorgesetzten oder Personalverantwortlichen auf Verständnis gestoßen.

Quelle: fpd 795

Fast 500.000 offene MINT-Stellen – Die Wirtschaft will „mehr Frauen für MINT gewinnen“

Im MINT-Herbstreport 2021, ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) (Köln), wurde aufgezeigt, dass „im Oktober 2021 in den MINT-Berufen insgesamt rund 460.900 zu besetzenden Stellen vor [lagen]. Gleichzeitig waren 186.984 Personen arbeitslos gemeldet, die gerne einem MINT-Erwerbsberuf nachgehen würden“. Der Report trägt den Titel „Mehr Frauen für MINT gewinnen – Herausforderungen von Dekarbonisierung, Digitalisierung und Demografie meistern“.

Das Gutachten enthält u.a. ein Kapitel „Ungehobene Potenziale von Frauen“, in dem es eingangs heißt: „Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen in MINT-Berufen ist von Ende 2012 bis Ende März 2021 von 875.100 auf 1.079.600 um 23,4 Prozent gestiegen. Der Frauenanteil in den MINT-Berufen hat sich im selben Zeitraum von 13,8 auf 15,5 Prozent erhöht. In den MINT-Facharbeiterberufen stieg der Frauenanteil von 13,0 auf 13,8 Prozent, in den MINT-Spezialistenberufen von 12,5 auf 14,4 Prozent und in den MINT­Expertenberufen von 18,5 auf 21,4 Prozent.“

Quelle: fpd 795, Studie

„Anti-Corona-Maßnahmen des Bundes verstärken die Geschlechterdisparitäten“

Das Ergebnis einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt auf: Die Maßnahmen-Pakete des Bundes zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie haben „vorhandene Geschlechterdisparitäten unbeabsichtigt verstärkt“. „Um dies zu vermeiden, wäre in Zukunft u.a. eine bessere Abschätzung von Wirkungen auf die Gleichstellung wünschenswert.“ Die Maßnahmen-Pakete, so heißt es dort weiter, hätten an der durch die Pandemie ausgelösten „Retraditionalisierung der Geschlechterverhältnisse […] wenig ändern“ können: 38 Prozent der 108 untersuchten Maßnahmen würden „Männern eher nutzen als Frauen“, und 68 Prozent der insgesamt eingeplanten knapp 600 Milliarden Euro für die Hilfspakete seien „für Instrumente vorgesehen, die eher Männer nutzen dürften“.

Die Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung sprach in diesem Zusammenhang von einer „geschlechterblinden Politik, wie es sie im Jahr 2021 eigentlich nicht mehr geben sollte“. Die stv. DGB-Vorsitzende Elke Hannack erklärte: „Wir brauchen eine nachhaltige Gleichstellungsstrategie und bei allen Regierungsvorhaben schon in der Planung einen Gleichstellungs-Check.“

Quelle: fpd 795, Studie