Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

Nach Kinderphase: Ehegattensplitting bremst Beschäftigung von Frauen aus

Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt auf:
Knapp jede zweite teilzeitbeschäftigte Frau in Deutschland zwischen 45 und 66 Jahren sieht kaum finanzielle Vorteile darin, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Ein Grund dafür ist das Ehegattensplitting, das für viele Zweitverdienende steuerliche Nachteile mit sich bringt und zusätzliche Erwerbstätigkeit unattraktiver macht. Würde vom zusätzlichen Einkommen mehr Netto übrig bleiben, könnten deutlich mehr Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten oder eine Beschäftigung aufnehmen. Schätzungen zufolge ließen sich so rund 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzen. Gleichzeitig könnte der Anteil schlecht abgesicherter Minijobs sinken, während sozialversicherungspflichtige Teilzeit- und Vollzeitstellen zunehmen würden.

Die Studie „Erwerbsbeteiligung von Frauen ab 45“ finden Sie hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/erwerbsbeteiligung-von-frauen-ab-45

Nur in jedem zehnten Paar ist die Frau Hauptverdienerin

In Deutschland ist die Frau in Paarhaushalten weiterhin selten die Haupteinkommensbezieherin. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März auf Basis erster Ergebnisse der EU-SILC-Erhebung 2025 mitteilt, erzielt nur in 9,9 Prozent der Paare die Frau mehr Einkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner.
In 55,8 Prozent der Haushalte ist hingegen der Mann Hauptverdiener. Bei 34,3 Prozent der Paare verfügen beide über ein in etwa gleich hohes Einkommen. Als Haupteinkommensperson gilt, wer mindestens 60 Prozent zum gemeinsamen Nettoeinkommen beiträgt.
Deutlicher werden die Unterschiede in Familien mit Kindern: Hier ist nur in 7,7 Prozent der Fälle die Frau Hauptverdienerin, während in 64,6 Prozent der Haushalte mit Kindern der Mann das höhere Einkommen erzielt. Ohne Kinder fällt das Ungleichgewicht etwas geringer aus – doch auch hier liegt der Männeranteil als Hauptverdiener mit 50,1 Prozent klar über dem der Frauen (11,4 Prozent).
Ein wesentlicher Grund: Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt, während Väter seltener ihre Arbeitszeit reduzieren.

Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_10_p002.html?nn=2110

Equal Pay Day 2026: Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger

Am 27. Februar 2026 war Equal Pay Day. Der Aktionstag macht jedes Jahr darauf aufmerksam, dass Frauen in Deutschland im Schnitt noch immer weniger verdienen als Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Gender Pay Gap zuletzt unverändert bei 16 Prozent. Rein rechnerisch arbeiten Frauen somit bis zu diesem Datum unbezahlt, während Männer bereits seit dem 1. Januar Einkommen erzielen.
Frauen erhielten 2025 durchschnittlich 22,81 Euro brutto pro Stunde, Männer hingegen 27,05 Euro. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit bleibt eine bereinigte Lohnlücke von sechs Prozent bestehen.
Katharina Binz, Frauenministerin in Rheinland-Pfalz, betont, dass der Gender Pay Gap nicht zufällig entstehe, sondern strukturelle Ursachen habe. Rollenbilder, Teilzeitarbeit, Sorgearbeit und die Konzentration von Frauen in geringer bezahlten Berufen wirkten sich über das gesamte Erwerbsleben hinweg aus – bis hin zu einem erhöhten Risiko von Altersarmut. „Equal Pay muss jeden Tag Realität werden“, so Binz.
Die Equal Pay Day Kampagne 2026 steht unter dem Motto „equal pay every day“ und nimmt die langfristige Entwicklung von Entgeltungleichheit in den Blick. Als wichtigen Schritt bezeichnet Binz die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie, um faire und transparente Gehaltsstrukturen zu fördern.
In Rheinland-Pfalz unterstützt das Ministerium für Frauen, Familie, Kultur und Integration mit Projekten wie „FairPay in RLP“ und der „Female Empowerment Academy“ Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung und finanziellen Selbstbestimmung. Ergänzend bieten die Beratungsstellen Frau und Beruf landesweit individuelle Unterstützung an.

Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/frauenministerin-katharina-binz-equal-pay-muss-jeden-tag-realitaet-werden

Startschuss für die 16. Runde des Mentoring-Programms „Mehr Frauen an die Spitze!“

Ministerin Katharina Binz, MFFKI, hat im Landesmuseum Mainz die 16. Programmrunde des Mentoring-Programms „Mehr Frauen an die Spitze!“ eröffnet. Bei der gemeinsamen Abschluss- und Auftaktveranstaltung verabschiedete sie die Teilnehmerinnen der 15. Runde und begrüßte zugleich 24 neue Mentees sowie ihre Mentorinnen und Mentoren.

Das seit 2009 bestehende Programm der rheinland-pfälzischen Landesverwaltung zielt darauf ab, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Mit Erfolg: Der Frauenanteil in Führungsfunktionen stieg seit Programmbeginn von 25 auf 39 Prozent. Inzwischen beteiligen sich alle Ressorts der Landesverwaltung sowie weitere zentrale Institutionen an dem Mentoring-Programm, das sich als Leuchtturmprojekt der Frauenförderung etabliert hat.

Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/startschuss-fuer-die-16-programmrunde-des-mentoring-programms-mehr-frauen-an-die-spitze

Veranstaltung: „Frauen und Finanzen: Selbst ist die Frau!“

In dieser Vortragsreihe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft RLP dreht sich alles um finanzielle Selbstbestimmung und Sicherheit für Frauen. Im Tagesworkshop erhalten die Teilnehmerinnen einen praxisnahen Überblick über ihre finanzielle Situation, lernen Einnahmen und Ausgaben besser zu steuern und typische Finanzmythen zu entlarven. Themen wie Notgroschen, Absicherung bei Krankheit, Sachversicherungen, Vollmachten und Verträge sowie Altersvorsorge stehen ebenso im Fokus wie der Schritt von der Sparerin zur Anlegerin. Abgerundet wird der Workshop durch Einblicke in Emotionen bei Finanzentscheidungen und einen verständlichen Überblick über verschiedene Anlageklassen.

Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeit: https://www.gew-rlp.de/veranstaltungen/detailseite/frauen-und-finanzen-selbst-ist-die-frau

Bundesgleichstellungsgesetz zeigt Wirkung – weiterer Handlungsbedarf bleibt

Die Bundesregierung hat den Evaluierungsbericht zur Wirksamkeit des Bundesgleichstellungsgesetzes (BGleiG) für den Zeitraum 2021 bis 2024 vorgelegt. Der Bericht bestätigt, dass das Gesetz einen wichtigen Beitrag zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Bundesdienst leistet.
Insbesondere der Frauenanteil in Führungspositionen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Seit 2019 verzeichnet der Bundesdienst in allen Verwaltungsbereichen kontinuierliche Fortschritte. Gleichzeitig zeigt die Evaluation, dass Gleichstellung noch nicht in allen Dienststellen gleichermaßen verankert ist.
Bundesfrauenministerin Karin Prien betont, der Bund gehe als Arbeitgeber mit gutem Beispiel voran, dürfe in seinem Engagement für Gleichstellung und Chancengerechtigkeit jedoch nicht nachlassen.
Der Bericht empfiehlt unter anderem verpflichtende Schulungen für Führungskräfte sowie eine stärkere Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten. Auch bei der Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf wurden Fortschritte erzielt, bestehende Potenziale jedoch noch nicht vollständig ausgeschöpft.
Die Bundesregierung greift die Empfehlungen der Evaluation auf. Das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend will die Umsetzung des Gesetzes künftig mit weiteren Unterstützungsangeboten begleiten.

Den Bericht sowie weitere Informationen finden Sie auf:
www.bmbfsfj.bund.de/bericht-zum-bundesgleichstellungsgesetz
www.bmbfsfj.bund.de/frauen-in-fuehrungspositionen/bundesverwaltung