Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

Ärztliche Fortbildung zu „Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“

Der Frauennotruf Mainz e.V.  hat unter dem Motto „Post für gynäkologische Arztpraxen in ganz Mainz!“ auf die Möglichkeiten der ärztlichen Fortbildung in „Medizinischer Soforthilfe nach Vergewaltigung ohne Anzeige“ aufmerksam gemacht. Das Soforthilfeprojekt, so der Frauennotruf, habe „bundesweit bereits 900 Frauen und Mädchen unterstützt“ und sei in Mainz von der Universitätsmedizin in Zusammenarbeit mit dem Notruf getragen. Das Angebot umfasse „die medizinische Versorgung nach Vergewaltigung und gleichzeitig die Beweissicherung in einem Krankenhaus, ohne dass Betroffene im Voraus eine Anzeige stellen müssen“. Die ärztliche Fortbildung in kompetenter Versorgung bei Vergewaltigungen könne auch hybrid besucht werden.

Quelle: fpd 809

„Viele Betriebe missachten die Rechte schwangerer Frauen auf Mutterschutz“

Eine Studie des DGB über das „Ausmaß an Rechtsverletzungen in deutschen Unternehmen und die Folgen für lohnabhängige Frauen“ kommt zu folgendem Ergebnis: „Rechte von Schwangeren werden in vielen Betrieben missachtet, Arbeitsschutz und Pausenregelungen für Schwangere werden von vielen Arbeitgebern nicht eingehalten. Stillzeiten für Mütter kaum ermöglicht.“ Die Studie basiert auf der Online-Befragung von 1.193 Müttern. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) gab an, während der Schwangerschaft wiederholt Mehrarbeit über die vertragliche Wochenarbeitszeit hinaus geleistet zu haben. Auch hätten mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) die Tageshöchstarbeitszeit von 8,5 Arbeitsstunden überschritten. In der DGB-Studie wird auch auf berufliche Nachteile nach der Schwangerschaft hingewiesen: „Zwei Drittel von ihnen beklagten, die Schwangerschaft habe ihre berufliche Weiterentwicklung verzögert oder blockiert, bei fast der Hälfte von ihnen hätten sich anstehende Karriereschritte verzögert oder seien vollständig blockiert worden.“
Elke Hannack, stv. DGB-Vorsitzende, dazu: Die Unternehmen müssten „endlich lernen, Schwangerschaft und Geburt als selbstverständlichen Teil in den Berufsbiografien ihrer Beschäftigten zu akzeptieren“. Diese Lebensphase müsse von allen Akteur*innen „wohlwollend begleitet und unterstützt werden“. Den gesetzlichen Rahmen dafür biete das Mutterschutzgesetz.
Quelle: fpd 809

Kurzmeldung zum Thema „Elterngeld“

Der Väteranteil beim Elterngeld wurde für das Jahr 2021 mit 25,3 Prozent ermittelt. Der kontinuierliche Anstieg des Anteils der Väter hat sich damit fortgesetzt (2015 = 20,9 Prozent). Für 2020 waren 24,8 Prozent ermittelt worden. Das Statistische Bundesamt erläuterte, dass der Väteranteil den Anteil männlicher Bezieher an allen Elterngeldbezügen angibt. Er würde also genau 50 Prozent betragen müssen, wenn bei allen Kindern sowohl der Vater als auch die Mutter gleichermaßen Elterngeld beziehen würde.
Quelle: fpd 809

Bundesfamilienministerium startet Wettbewerb „lnnovationspreis Vereinbarkeit“

Das Bundesfamilienministerium hat familienfreundliche Unternehmen in ganz Deutschland aufgerufen, sich beim „Innovationspreis Vereinbarkeit“ zu bewerben. Mit dem Preis sollen Unternehmen ausgezeichnet werden, die in der Corona-Krise innovative Konzepte für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickelt haben. Der Preis wird im Rahmen des Förderprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ ausgelobt. Er soll am 30. September in Berlin verliehen werden.
Weitere Informationen: www.erfolgsfaktor-familie.de/innovationspreis
Quelle: fpd 809

„Auch In der deutschen Musikindustrie sind Frauen stark unterrepräsentiert“

Die Musikplattform Qobuz hat den internationalen „Diversity Day“ zum Anlass genommen die „Diversität in der deutschen Musiklandschaft“ zu analysiert und – auf der Basis der Überprüfung der 20 Top-Chart-Songs seit 2000 auf das Geschlecht der Künstler*innen – folgendes Ergebnis publiziert: „Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Top-Musiker*innen sind Männer, nur rund ein Viertel (26 Prozent) Frauen. Im letzten Jahr erreichte die Frauenquote mit nur 7 Prozent einen absoluten Tiefstwert.“ Dass „Frauen auch in der deutschen Musikindustrie stark unterrepräsentiert“ seien, sei jetzt belegt. Zudem liege damit die Quote erstmals unter 10 Prozent, nachdem die Anteile der Frauen in den Jahren 2001 und 2010 je 39 Prozent betragen und 2009 mit 49 Prozent sogar einen Höchststand erreicht hätten.
Weitere Infos unter: www.qobuz.com/de-de/info/News/Diversitat-in-den-deutschen-Charts185703
Quelle: fpd 808