Service- und Vernetzungsstelle
für Gleichstellungsbeauftragte in Rheinland-Pfalz

40 Jahre UN-Frauenrechtskonvention in Deutschland gewürdigt

Bundesfrauenministerin Karin Prien hat am 12. Dezember 2025 in Berlin das Jubiläum „40 Jahre Ratifizierung der UN-Frauenrechtskonvention“ mit mehr als 200 Gästen gefeiert. Sie erinnerte an zentrale Fortschritte der vergangenen Jahrzehnte – darunter die Gründung des Bundesfrauenministeriums, die Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe seit 1997 und die Einführung des Elterngeldes 2007.
In Podiumsdiskussionen und Workshops wurden aktuelle Herausforderungen wie der Schutz vor Gewalt, politische Teilhabe, wirtschaftliche Eigenständigkeit und Gleichstellung als Querschnittsaufgabe diskutiert. Die Konvention gilt weiterhin als wichtiges Instrument, besonders angesichts autoritärer Tendenzen, die Erfolge der Gleichstellung infrage stellen.

Quelle: Pressemitteilung BMBFSFJ

SINUS-Studie: Nur jede*r Zweite in Deutschland erreicht wirtschaftliche Eigenständigkeit

Eine neue, vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) geförderte Studie des SINUS-Instituts zeigt: Zwar streben fast alle Menschen in Deutschland wirtschaftliche Eigenständigkeit an, doch nur rund die Hälfte erreicht dieses Ziel auch tatsächlich.
Unter wirtschaftlicher Eigenständigkeit versteht die Studie die Fähigkeit, den eigenen Lebensunterhalt dauerhaft und unabhängig sichern zu können – auch bei Veränderungen wie Familiengründung, Erwerbsunterbrechungen oder im Ruhestand.
Besonders selten fühlen sich bestimmte Gruppen wirtschaftlich unabhängig: Frauen mit kleinen Kindern, Alleinerziehende sowie Personen mit geringer Qualifikation oder niedrigem Einkommen. Bei Müttern von Kindern unter sechs Jahren spielt vor allem Teilzeitarbeit eine zentrale Rolle, die häufig zu einem geringeren Einkommen führt.
Um die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu verringern, sieht die Studie einen klaren Handlungsbedarf. Voraussetzung für mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit seien insbesondere faire und flexible Arbeitsbedingungen, eine verlässliche Kinderbetreuung sowie eine bessere ökonomische Bildung.

Quelle: https://www.sinus-institut.de/media-center/studien/bmbfsfj-wirtschaftliche-eigenstaendigkeit
Studie: „Auf eigenen Füßen stehen“

CESI FEMM fordert schnelle Umsetzung der EU-Vereinbarkeitsrichtlinie

Deutschland hinkt bei der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben weiter hinterher. Obwohl die Vorgaben bereits bis August 2022 hätten umgesetzt sein müssen, lässt die Bundesregierung weiterhin auf sich warten.
„Deutschland sucht seit Jahren nach Ausflüchten“, kritisierte Synnöve Nüchter, Vorsitzende der CESI FEMM. Sie betonte, die Regierung sei rechtlich verpflichtet, die Mindeststandards endlich umzusetzen – darunter die zehntägige bezahlte Freistellung für das zweite Elternteil nach der Geburt. Diese sei ein zentraler Baustein echter Gleichstellung, so Nüchter.
Die CESI FEMM warnt, dass mangelnde Vereinbarkeit nicht nur Familien, sondern auch Wirtschaft und Gesellschaft schwächt. Fehlende Unterstützungsstrukturen führten dazu, dass viele gut ausgebildete Frauen auf Kinder verzichten. „Familienpolitik ist Zukunftssicherung, Standort- und Wirtschaftspolitik zugleich“, mahnte Nüchter.

CESI FEMM
Die FEMM ist die Kommission für Frauenrechte und Geschlechtergleichheit innerhalb des europäischen Verbands unabhängiger Gewerkschaften (CESI).

Quelle: www.dbb-frauen.de/artikel/familien-brauchen-vereinbarkeit-jetzt-nicht-2027.html

dbb frauen fordern Gleichberechtigung und soziale Sicherheit

Auf der Hauptversammlung der dbb frauen hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für die Verteidigung demokratischer Werte betont. „Der öffentliche Dienst ist das Bollwerk gegen Extremismus und Garant unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, sagte Geyer. Ein zentrales Element sei dabei die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Laut aktuellem dbb Monitor sind 58,61 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst Frauen, unter den Teilzeitbeschäftigten liegt ihr Anteil sogar bei 83,72 Prozent. Geyer forderte, überkommene Rollenbilder entschieden zurückzuweisen und gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.
Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, warnte vor den sozialen Folgen von Teilzeitarbeit: Wer dauerhaft in Teilzeit arbeite, riskiere geringere Versorgungsansprüche im Alter. Sie forderte eine regelmäßige Versorgungsauskunft auch für Beamtinnen und Beamte: „Das ist gelebte Fürsorgepflicht und stärkt das Vertrauen in den öffentlichen Dienst.“

Weitere Informationen unter: https://www.dbb.de/artikel/ganz-im-sinne-des-grundgesetzes-gleichberechtigung.html

Impulswoche Frau und Beruf vom 10.-14.11.2025

Vom 10. November 2025 bis 14. November 2025 findet erneut die Impulswoche „Frau und Beruf“ in Rheinland-Pfalz statt.
Die sechs Beratungsstellen Frau und Beruf haben gemeinsam mit Arbeit und Leben gGmbH ein vielseitiges Programm entwickelt. Die Veranstaltungen und Workshops finden Online oder in Präsenz statt.

Mehr Informationen finden Sie im Flyer.

80. UN-Generalversammlung bekräftigt Engagement für Gleichstellung

Zum 30-jährigen Jubiläum der Pekinger Erklärung haben Staats- und Regierungschef*innen bei der 80. UN-Generalversammlung in New York ihr Bekenntnis zur Geschlechtergerechtigkeit erneuert. 106 Mitgliedsstaaten kündigten konkrete Maßnahmen an, darunter auch Deutschland mit Reformen zu Lohntransparenz und Schutz vor Gewalt. UN Women betonte die Chance, bestehende Willensbekundungen in verbindliche Taten zu übersetzen. Die Versammlung sendet damit ein starkes Signal: Gleichstellung bleibt zentral für Frieden, Entwicklung und Menschenrechte weltweit.

https://unwomen.de/ und Pressemitteilung