„(Keine) Gleichberechtigung in Talkshows – Männer als Experten, Frauen als Betroffene“

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„(Keine) Gleichberechtigung in Talkshows – Männer als Experten, Frauen als Betroffene“

22.07.2020

Der Spiegel untersuchte unter dem Titel „Wer das Sagen hat – Gleichberechtigung in Talkshows“, warum nur ein Drittel der Gäste Frauen sind. Diese „ungleiche Verteilung“, so das Nachrichtenmagazin, sei zwar „in Vor-Corona-Tagen annähernd ähnlich“ gewesen, in der Krise aber „besonders offensichtlich“.
Männer seien „die Experten“, ihnen werde die „größere Deutungshoheit zugestanden“, Frauen seien „vor allem betroffen“. Sie berichteten „vom Stress mit den Kindern, die sie zu Hause unterrichten, während sie gleichzeitig ihre Arbeit im Homeoffice erledigen“. Auch Krankenschwestern würden „eher als Leidtragende in die Sendungen geholt, weniger als Fachfrauen im Umgang mit Kranken“. Der Spiegel dazu: „In dieser Kategorie der Betroffenen sind die Frauen tatsächlich in der Überzahl.“ Der „einzige weibliche TV-Star der Corona-Berichterstattung sei die Virologin Melanie Brinkmann. Das Magazin zitiert die Rostocker Medienforscherin Elizabeth Prommer so: „Wir kultivieren das Bild eines Experten, der männlich zu sein hat. Die Abwesenheit der Frauen wiederum unterstellt, dass wir ihnen weniger zutrauen können. Sie können diesen Bildern zufolge keine Expertinnen sein oder wenn, dann nur als Sonderfall.“

Quelle: fpd 761