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„Von der Corona-Krise sind Frauen am Arbeitsmarkt stärker betroffen als Männer“

17.07.2020

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) (Berlin) zeigt in einem Bericht auf, dass die Corona-Pandemie eine „verheerende Wirtschaftskrise“ auslöst, die auch am deutschen Arbeitsmarkt durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit nicht spurlos vorübergeht. Während die Finanzkrise 2008/2009 in der Hauptsache Männer betraf, trifft die aktuelle Krise Wirtschaftssektoren wie das Gastgewerbe, in denen Frauen stärker repräsentiert sind.
Der aktuell vorgelegte Bericht von Anna Hammerschmid, Julia Schmieder und Katharina Wrohlich zeigt anhand offizieller Arbeitsmarktzahlen für Deutschland auf, welche Sektoren besonders viele Anzeigen zu Kurzarbeit und hohe Zugänge in Arbeitslosigkeit im März und April 2020 aufweisen.
In Kombination mit Daten über Frauen- und Männeranteile in den einzelnen Sektoren können die geschlechtsspezifischen Auswirkungen auf die Arbeitsnachfrage in Deutschland abgeschätzt werden. In ihrem Fazit stellen die Autorinnen fest, dass aus den genannten Gründen staatliche Maßnahmen zur Rettung der Konjunktur nach der Wirtschaftskrise einem Gender-Budgeting unterworfen werden sollten.

Quelle: fdp 760, DIW-Bericht