23.09.2025 | 2025, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Die Bundesstiftung Gleichstellung hat Mitte September mit Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft über die Chancen und Herausforderungen eines gleichstellungsorientierten Strukturwandels beraten. Kerstin Griese, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, betonte die Chance, durch den Wandel mehr Gleichberechtigung zu erreichen – etwa durch eine gerechtere Aufteilung von Sorgearbeit und gleiche Karrierechancen für Frauen. Stiftungsdirektorin Lisi Maier warnte vor einer „geschlechterblinden Strukturpolitik“ und forderte, den Wandel aktiv für neue gleichstellungspolitische Perspektiven in den Regionen zu nutzen.
Pressemitteilung: https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/2025/09/19/erfolgsfaktor-gleichstellung-strukturwandel-geschlechtergerecht-gestalten/
13.08.2025 | 2025, Frauen und Politik
Der Deutsche Juristinnenbund e.V. (djb) hat eine Stellungnahme zur geplanten EU Gender Equality Strategy 2026–2030 der Europäischen Kommission vorgelegt. In dieser Stellungnahme hinsichtlich der kommenden EU Gender Equality Strategy fordert der djb, dass die erzielten Fortschritte – etwa bei Entgelttransparenz, Gewaltschutz und Gleichstellung in Führungspositionen – aktiv verteidigt und weiterentwickelt werden. Dazu brauche es eine starke Rolle der Europäischen Kommission und eine klare politische und finanzielle Unterstützung von Gleichstellungsmaßnahmen in den Mitgliedstaaten.
Weitere Informationen und Link zur Stellungnahme unter: https://www.djb.de/presse/pressemitteilungen/detail/pm25-41
30.06.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Auf der 35. Gleichstellungs- und Frauenministerkonferenz (GFMK) der Länder in Essen haben sich die Ministerinnen und Minister unter dem Vorsitz Nordrhein-Westfalens klar für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern positioniert.
Ein zentrales Thema war die Umsetzung des neuen Gewalthilfegesetzes. Künftig soll eine zentrale Stelle eingerichtet werden, die Frauenhäuser unterstützt, wenn diese keine Plätze für gewaltbetroffene Frauen anbieten können. So soll bundesweit schnell und unkompliziert ein sicherer Schutzraum vermittelt werden.
Mit der einstimmig verabschiedeten „Essener Erklärung“ bekräftigen die Länder zudem den verfassungsrechtlichen Auftrag zur Gleichstellung als Grundpfeiler einer lebendigen Demokratie. Besonders betont wurde die Bedeutung kommunaler Gleichstellungsbeauftragter im Kampf gegen antifeministische und antidemokratische Tendenzen.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.gleichstellungsministerkonferenz.de/Startseite.html
14.05.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Der Softwarekonzern SAP verdient viel Geld mit seinem US-Geschäft. Mit Blick auf die momentane US-Politik streicht SAP jetzt Programme für mehr Geschlechtervielfalt und Frauenförderung.
Der deutsche Softwarekonzern SAP will angesichts der Politik von US-Präsident Donald Trump den Frauenanteil im Konzern nicht weiter gezielt fördern. Die angepeilte Quote von 40 Prozent in der Belegschaft werde aufgegeben, heißt es in einer internen E-Mail, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Aufgrund der „neuesten juristischen Entwicklungen“ müssten die eigenen Initiativen bei Diversität und Inklusion angepasst werden, um damit im Einklang mit geltendem Recht zu stehen, hieß es.
Dem Handelsblatt zufolge plant SAP deswegen weitere Änderungen. So sollen bei der Quote des Unternehmens für Frauen in Führungspositionen die USA nicht mehr berücksichtigt werden. Zudem verliere das „Diversity & Inclusion Office“, das für Diversitäts-Initiativen verantwortlich ist, seine Eigenständigkeit. Es soll laut Handelsblatt mit dem Bereich „Corporate Social Responsibility“ zusammengelegt werden.
Quellen:
www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/sap-frauenquote-100.html
www.handelsblatt.com/technik/it-internet/softwarehersteller-reaktion-auf-trump-politik-sap-streicht-frauenquote/100127302.html
20.03.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Politik
In den obersten Bundesbehörden sind 44 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt. Das ist ein Anstieg um einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vorjahr und um 11 Prozentpunkte seit Start des ersten Führungspositionen-Gesetzes. Das zeigen der aktuelle Gleichstellungsindex zum Stichtag 30.06.2024 und ergänzende Daten aus dem nachgeordneten Bereich, also von Behörden, Körperschaften, Anstalten und Stiftungen, die den Ressorts unterstehen. Den nachgeordneten Bereich hinzugerechnet, liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Bundesverwaltung jetzt bei 47 Prozent.
Mehr Informationen in der Pressemitteilung des BMFSFJ:
www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/presse/pressemitteilungen/frauen-in-fuehrungspositionen-in-der-bundesverwaltung-257536
16.10.2024 | 2024, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Margreth Lünenborg, FU Berlin, erklärte gegenüber ZDF heute, dass der in den USA verbreitete „Tradwife“-Trend, bei dem junge Frauen in Sozialen Netzwerken ein traditionelles Frauenbild propagieren, „gefährlich“ sein könne. Laut der Videos der US-Amerikanerinnen stehe im Zentrum deren Lebens „das Kochen und Backen“. Außerdem gäben sie Tipps fürs Eheleben und hielten sich fast ausschließlich in ihren Häusern auf. Ihre Männer seien dagegen „diejenigen, die einer Erwerbsarbeit nachgehen“. Hinter den vermeintlich unpolitischen Darstellungen vermutet die Wissenschaftlerin „ein tief verwurzeltes, politisches Weltbild, das rassistische und diskriminierende Elemente enthält“. (Fast) alle „Tradwives“ seien „weiß“, kämen „aus christlich-fundamentalistischen Kreisen“, propagierten „ein traditionelles Geschlechter- und Familienbild“ und vermittelten, „dass die Erwerbsarbeit des Mannes“ ausreiche, „um die Familie zu ernähren“. Dieser Lebensstil „verstärke ein elitäres Bild“, ordne Frauen „klar dem Mann unter“ und richte sich „gegen jegliche gesellschaftlichen Veränderungen, ohne Platz für Familienbilder, wie Regenbogenfamilien, Familien ohne Kinder oder für schlechter Verdienende“, urteilt Lünenborg.
Variationen des „Tradwife“-Trends auch in Deutschland
Variationen des „Tradwife“-Trends seien auch bei Mitgliedern der Identitären Bewegung in Deutschland zu beobachten. Wenngleich dort die Frauen nicht als „Muttchen mit geblümten Kostümen“ aufträten, ginge es auch um „ein Geschlechterarrangement mit klarer Dominanz und Unterordnung“. Die Frauen nähmen für sich in Anspruch, feministisch zu sein – sogenannter „choice feminism“ – „Wahl-Feminismus“. Doch die vermeintlich freie Wahl der Frauen für diesen Lebensentwurf führe in der Konsequenz „zu vollständiger Abhängigkeit vom Mann und im Rentenalter durch die Erwerbslosigkeit zu Altersarmut“, so Lünenborg.
Quelle: fpd 863, www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/tradwife-bewegung-trend-tiktok-100.html
Podcast zum Thema
„Kinder, Küche, Klamotten – Wofür steht die Tradwives-Bewegung“, Diskussion im Rahmen des SWR Kulturforums, u. a. mit Prof. Dr. Margreth Lünenborg, FU Berlin, zu hören unter: www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/kinder-kueche-klamotten-wofuer-steht-die-tradwives-bewegung-forum-2024-08-15-100.html