18.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Auf der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York kritisierte António Guterres Rückschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter. Er warnte, dass Frauenrechte zunehmend durch Entwicklungen im Bereich Internettechnologie und Künstliche Intelligenz unter Druck geraten. Das Patriarchat wirke weiterhin stark nach – auch in den globalen Technologiezentren wie dem Silicon Valley. Dort würden alte Machtstrukturen in die Technologien von morgen eingebaut. Guterres betonte zudem, dass Frauen in der Tech-Branche mit nur etwa einem Viertel deutlich unterrepräsentiert seien. Wenn sie nicht aktiv an der Gestaltung digitaler Systeme beteiligt sind, bestehe die Gefahr, dass diese von männlich geprägten Denkmustern dominiert werden.
Quelle: https://unric.org/de/70-sitzung-der-un-frauenrechskommission-guterres-beklagt-rueckschritte-bei-gleichstellung/
UN-Women Deutschland: https://unwomen.de/70-sitzung-der-un-frauenrechtskommission-2026/
9.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
In Deutschland gehen die Meinungen darüber, wie weit die Gleichstellung von Frauen und Männern vorangekommen ist, deutlich auseinander. Laut einer aktuellen Ipsos-Umfrage anlässlich des Weltfrauentags 2026 ist fast die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) der Ansicht, dass bereits genug für die Gleichstellung getan wurde – elf Prozentpunkte mehr als noch 2019. Nahezu ebenso viele Befragte (45 Prozent) sehen das jedoch anders und halten weitere Maßnahmen für notwendig.
Besonders deutlich zeigt sich eine Geschlechterlücke bei den Einschätzungen: Während eine Mehrheit der Männer (55 Prozent) den bisherigen Einsatz für ausreichend hält, stimmen nur 36 Prozent der Frauen dieser Aussage zu. Die Ergebnisse sind Teil einer internationalen Ipsos-Befragung unter mehr als 23.000 Menschen in 29 Ländern, die Einstellungen zu Rollenbildern, Arbeitsteilung und Frauen in Führungspositionen untersucht.
Ein weiteres Ergebnis der Studie: Im internationalen Vergleich vertreten Männer der Generation Z unter allen befragten Gruppen die traditionellsten Ansichten zur Rollenverteilung. Besonders deutlich wird dieser Unterschied im Vergleich zu Männern aus der Babyboomer-Generation.
Weiter Informationen und Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier: https://www.ipsos.com/de-de/studie-weltfrauentag-2026
9.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Eine neue Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt auf:
Knapp jede zweite teilzeitbeschäftigte Frau in Deutschland zwischen 45 und 66 Jahren sieht kaum finanzielle Vorteile darin, ihre Arbeitszeit zu erhöhen. Ein Grund dafür ist das Ehegattensplitting, das für viele Zweitverdienende steuerliche Nachteile mit sich bringt und zusätzliche Erwerbstätigkeit unattraktiver macht. Würde vom zusätzlichen Einkommen mehr Netto übrig bleiben, könnten deutlich mehr Frauen ihre Arbeitszeit ausweiten oder eine Beschäftigung aufnehmen. Schätzungen zufolge ließen sich so rund 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzen. Gleichzeitig könnte der Anteil schlecht abgesicherter Minijobs sinken, während sozialversicherungspflichtige Teilzeit- und Vollzeitstellen zunehmen würden.
Die Studie „Erwerbsbeteiligung von Frauen ab 45“ finden Sie hier: https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/erwerbsbeteiligung-von-frauen-ab-45
4.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
In Deutschland ist die Frau in Paarhaushalten weiterhin selten die Haupteinkommensbezieherin. Wie das Statistisches Bundesamt (Destatis) anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März auf Basis erster Ergebnisse der EU-SILC-Erhebung 2025 mitteilt, erzielt nur in 9,9 Prozent der Paare die Frau mehr Einkommen als ihr Ehe- oder Lebenspartner.
In 55,8 Prozent der Haushalte ist hingegen der Mann Hauptverdiener. Bei 34,3 Prozent der Paare verfügen beide über ein in etwa gleich hohes Einkommen. Als Haupteinkommensperson gilt, wer mindestens 60 Prozent zum gemeinsamen Nettoeinkommen beiträgt.
Deutlicher werden die Unterschiede in Familien mit Kindern: Hier ist nur in 7,7 Prozent der Fälle die Frau Hauptverdienerin, während in 64,6 Prozent der Haushalte mit Kindern der Mann das höhere Einkommen erzielt. Ohne Kinder fällt das Ungleichgewicht etwas geringer aus – doch auch hier liegt der Männeranteil als Hauptverdiener mit 50,1 Prozent klar über dem der Frauen (11,4 Prozent).
Ein wesentlicher Grund: Mütter arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit als erwerbstätige Frauen insgesamt, während Väter seltener ihre Arbeitszeit reduzieren.
Quelle: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_10_p002.html?nn=2110
4.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Am 27. Februar 2026 war Equal Pay Day. Der Aktionstag macht jedes Jahr darauf aufmerksam, dass Frauen in Deutschland im Schnitt noch immer weniger verdienen als Männer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Gender Pay Gap zuletzt unverändert bei 16 Prozent. Rein rechnerisch arbeiten Frauen somit bis zu diesem Datum unbezahlt, während Männer bereits seit dem 1. Januar Einkommen erzielen.
Frauen erhielten 2025 durchschnittlich 22,81 Euro brutto pro Stunde, Männer hingegen 27,05 Euro. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit bleibt eine bereinigte Lohnlücke von sechs Prozent bestehen.
Katharina Binz, Frauenministerin in Rheinland-Pfalz, betont, dass der Gender Pay Gap nicht zufällig entstehe, sondern strukturelle Ursachen habe. Rollenbilder, Teilzeitarbeit, Sorgearbeit und die Konzentration von Frauen in geringer bezahlten Berufen wirkten sich über das gesamte Erwerbsleben hinweg aus – bis hin zu einem erhöhten Risiko von Altersarmut. „Equal Pay muss jeden Tag Realität werden“, so Binz.
Die Equal Pay Day Kampagne 2026 steht unter dem Motto „equal pay every day“ und nimmt die langfristige Entwicklung von Entgeltungleichheit in den Blick. Als wichtigen Schritt bezeichnet Binz die Umsetzung der europäischen Entgelttransparenzrichtlinie, um faire und transparente Gehaltsstrukturen zu fördern.
In Rheinland-Pfalz unterstützt das Ministerium für Frauen, Familie, Kultur und Integration mit Projekten wie „FairPay in RLP“ und der „Female Empowerment Academy“ Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung und finanziellen Selbstbestimmung. Ergänzend bieten die Beratungsstellen Frau und Beruf landesweit individuelle Unterstützung an.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/frauenministerin-katharina-binz-equal-pay-muss-jeden-tag-realitaet-werden
4.02.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Ministerin Katharina Binz, MFFKI, hat im Landesmuseum Mainz die 16. Programmrunde des Mentoring-Programms „Mehr Frauen an die Spitze!“ eröffnet. Bei der gemeinsamen Abschluss- und Auftaktveranstaltung verabschiedete sie die Teilnehmerinnen der 15. Runde und begrüßte zugleich 24 neue Mentees sowie ihre Mentorinnen und Mentoren.
Das seit 2009 bestehende Programm der rheinland-pfälzischen Landesverwaltung zielt darauf ab, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Mit Erfolg: Der Frauenanteil in Führungsfunktionen stieg seit Programmbeginn von 25 auf 39 Prozent. Inzwischen beteiligen sich alle Ressorts der Landesverwaltung sowie weitere zentrale Institutionen an dem Mentoring-Programm, das sich als Leuchtturmprojekt der Frauenförderung etabliert hat.
Quelle: https://mffki.rlp.de/service/presse/detail/startschuss-fuer-die-16-programmrunde-des-mentoring-programms-mehr-frauen-an-die-spitze