13.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Der Abschlussbericht der Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) zeigt deutlich, dass rassistische Diskriminierung in verschiedenen staatlichen Einrichtungen vorkommt. Die am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) durchgeführte Untersuchung lief über drei Jahre, umfasste zehn Standorte und bestand aus 23 Teilprojekten. Dabei wurden unter anderem Jobcenter, Ausländerbehörden, Polizei, Zoll, Justiz sowie Einrichtungen im Gesundheits-, Jugend- und Sozialbereich analysiert.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass rassistische Diskriminierung in allen untersuchten Institutionen nachweisbar ist – wenn auch in unterschiedlichem Ausmaß. Sie zeigt sich sowohl in persönlichen Einstellungen von Mitarbeitenden als auch in konkreten Abläufen und Entscheidungen innerhalb der Behörden.
Zusätzlich ergab eine Befragung von Betroffenen, dass viele der diskriminierten Personen unter den Folgen leiden. Dazu gehören unter anderem Versagensängste, Selbstzweifel und langfristige psychische Belastungen bis hin zu anhaltenden Angstzuständen.
Zentrale Ergebnisse der InRa-Studie finden Sie hier: https://fgz-risc.de/forschung/inra-studie
8.04.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Das Bundesfrauenministerium hat am 7. April ein neues Förderverfahren für Modellprojekte zur Prävention von geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt gestartet. Träger können sich noch bis zum 15. Mai bewerben.
Gefördert werden insbesondere Projekte in den Bereichen Bildung, Täterarbeit, sozialraumorientierte Ansätze und digitale Gewaltprävention. Grundlage ist eine zuvor durchgeführte Bedarfsanalyse (2023–2025), die bestehende Maßnahmen bewertet und Empfehlungen für zukünftige Strategien entwickelt hat.
Mit den neuen Modellprojekten sollen Präventionsmaßnahmen wissenschaftlich fundiert weiter ausgebaut und im Einklang mit internationalen Vorgaben wie der Istanbul-Konvention umgesetzt werden.
Quelle: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/neues-interessenbekundungsverfahren-gestartet-282720
1.04.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Der Frauenanteil in Führungspositionen der Bundesverwaltung ist erneut leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mit dem Gleichstellungsindex 2025 mitteilt, lag der Anteil zum Stichtag 30. Juni 2025 um einen Prozentpunkt höher als im Vorjahr. Seit Einführung des Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen im Jahr 2015 konnte insgesamt ein Zuwachs von 12 Prozentpunkten erreicht werden.
Trotz dieser Entwicklung besteht weiterhin Nachholbedarf: In 16 von 25 obersten Bundesbehörden sind Frauen in Führungspositionen noch immer unterrepräsentiert. Das gesetzlich verankerte Ziel einer gleichberechtigten Besetzung bis Ende 2025 ist damit bislang nicht erreicht.
Auch ein erweitertes Monitoring zeigt gemischte Ergebnisse: Bezieht man den nachgeordneten Bereich der Bundesverwaltung mit rund 600.000 Beschäftigten ein, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen aktuell bei 47 Prozent.
Weitere Informationen sowie den Gleichstellungsindex 2025 finden Sie hier: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/frauenanteil-an-fuehrungspositionen-der-bundesverwaltung-weiter-gestiegen-282400
24.03.2026 | 2026, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Der Deutscher Juristinnenbund e.V. (djb) fordert umfassende gesetzliche Reformen, da Betroffene von digitaler Gewalt bislang oft unzureichend geschützt sind. Digitale Übergriffe wie Revenge Porn oder Deepfakes verletzen massiv die Rechte der Betroffenen – vor allem von Frauen – und müssten konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Auch Plattformen und KI-Systeme sollen stärker reguliert werden.
Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat bereits Handlungsbedarf signalisiert. Der Tenor: Digitale Gewalt ist reale Gewalt – und braucht endlich wirksame gesetzliche Antworten.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das Thema durch eine breite Initiative aus Politik und Zivilgesellschaft: Mehr als 250 Frauen haben ein Zehn-Punkte-Papier für strengere Maßnahmen gegen digitale sexualisierte Gewalt unterzeichnet.
Zu den zentralen Forderungen zählen die Strafbarkeit nicht-einvernehmlicher sexualisierter Deepfakes, ein Verbot sogenannter „Nudify-Apps“ sowie strengere Pflichten für Plattformen, entsprechende Inhalte schnell zu löschen. Zudem sollen Betroffene klare Rechtsansprüche auf Auskunft, Löschung und die Identifizierung der Täter erhalten.
Quellen:
djb Stellungnahme „Zugang zu Recht in Fällen digitaler Gewalt“: https://www.djb.de/presse/stellungnahmen/detail/26-06d
tagesschau „Fall Collien Fernandes – Zehn Forderungen gegen sexualisierte Gewalt“: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/aufruf-sexualisierte-gewalt-frauen-100.html
24.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft, Frauen und Politik
Beim 13. dbb-Bundesfrauenkongress haben Vertreterinnen aus Politik und öffentlichem Dienst mehr Einsatz für die Gleichstellung von Frauen gefordert. Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, betonte, dass gerade in Krisenzeiten die Perspektiven von Frauen unverzichtbar seien. Gleichberechtigung sei kein Hindernis, sondern ein entscheidender Faktor zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Stärkung der Demokratie.
Auch Bundesjustizministerin Dr. Stefanie Hubig unterstrich die Bedeutung weiblicher Repräsentanz in der Politik. Mehr Frauen in Parlamenten verbesserten nicht nur die Legitimation demokratischer Entscheidungen, sondern sorgten auch dafür, dass zentrale Themen wie Mutterschutz, Sorgearbeit und Gewalt gegen Frauen stärker in den Fokus rücken.
Angesichts zunehmender Bedrohungen für Frauenrechte weltweit riefen beide dazu auf, Gleichstellung entschlossen voranzutreiben und Frauen stärker an politischen Entscheidungen zu beteiligen.
Quelle: https://www.dbb-frauen.de/artikel/gleichstellung-jetzt-erst-recht.html
18.03.2026 | 2026, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Auf der 70. Sitzung der UN-Frauenrechtskommission in New York kritisierte António Guterres Rückschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter. Er warnte, dass Frauenrechte zunehmend durch Entwicklungen im Bereich Internettechnologie und Künstliche Intelligenz unter Druck geraten. Das Patriarchat wirke weiterhin stark nach – auch in den globalen Technologiezentren wie dem Silicon Valley. Dort würden alte Machtstrukturen in die Technologien von morgen eingebaut. Guterres betonte zudem, dass Frauen in der Tech-Branche mit nur etwa einem Viertel deutlich unterrepräsentiert seien. Wenn sie nicht aktiv an der Gestaltung digitaler Systeme beteiligt sind, bestehe die Gefahr, dass diese von männlich geprägten Denkmustern dominiert werden.
Quelle: https://unric.org/de/70-sitzung-der-un-frauenrechskommission-guterres-beklagt-rueckschritte-bei-gleichstellung/
UN-Women Deutschland: https://unwomen.de/70-sitzung-der-un-frauenrechtskommission-2026/