10.11.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Nach Jahren des Fortschritts stagniert der Frauenanteil in den Vorständen deutscher börsennotierter Unternehmen. Laut dem aktuellen Bericht der AllBright Stiftung ist zum 1. September 2025 – wie bereits im Vorjahr – nur jeder fünfte Vorstandsposten mit einer Frau besetzt. Besonders alarmierend: Der Anteil von Frauen unter den neu berufenen Vorstandsmitgliedern ist stark gefallen – von 37 Prozent vor zwei Jahren auf nur noch 20 Prozent.
Damit droht Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurückzufallen und verliert zunehmend den Anschluss an Länder wie Großbritannien, wo Frauen in Toppositionen deutlich stärker vertreten sind.
ALLBRIGHT Bericht November 2025: Krisenlähmung – Stillstand beim Frauenanteil in den Vorständen
4.11.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Im Oktober 2025 hat das Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration (MFFKI) ein Rundschreiben zu den Beteiligungsrechten der Gleichstellungsbeauftragten nach dem Landesgleichstellungsgesetz (LGG) an die obersten Landesbehörden, den Landtag, den Rechnungshof sowie den Interministeriellen Ausschuss für Frauenfragen versendet.
Das Schreiben erinnert die Dienststellen an die zentrale Bedeutung der rechtzeitigen und umfassenden Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten bei allen personellen, organisatorischen und sozialen Maßnahmen mit Gleichstellungsbezug. Es fasst die wesentlichen Mitwirkungs-, Informations- und Beteiligungsrechte gemäß §§ 20–25 LGG zusammen und verweist ergänzend auf das Handbuch zum Landesgleichstellungsgesetz, das detaillierte Erläuterungen und Praxisbeispiele bietet.
Mit dem Rundschreiben reagiert das Frauenministerium auf wiederkehrende Nachfragen aus der Praxis sowie auf Ergebnisse aus dem 6. Bericht der Landesregierung zur Umsetzung des LGG, die deutlich machten, dass Gleichstellungsbeauftragte häufig nicht oder nicht rechtzeitig in Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Ziel ist es, die konsequente Anwendung der gesetzlichen Beteiligungsrechte zu stärken und die gleichstellungsorientierte Verwaltungsarbeit weiter zu verbessern.
Das Rundschreiben finden Sie hier: Rundschreiben Beteiligung der Gleichstellungsbeauftragten
27.10.2025 | 2025, Gewalt gegen Frauen und Mädchen
Die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen ist laut Bundeskriminalamt 2023 erneut gestiegen: 180.715 Frauen wurden Opfer – ein Plus von 5,6 Prozent. Insgesamt sind über 70 Prozent aller Betroffenen weiblich, bei Partnerschaftsgewalt sogar knapp 80 Prozent. 89,5 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer; besonders häufig betroffen sind Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.
Angesichts dieser Zahlen fordert die Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, Milanie Kreutz, mehr politische Entschlossenheit. Gewalt gegen Frauen sei „kein Randphänomen, sondern ein strukturelles Problem“, das konsequentes Handeln statt hitziger Debatten brauche. Das bereits beschlossene Gewalthilfegesetz müsse nun bundesweit umgesetzt werden, damit Schutzräume, Beratung und präventive Maßnahmen tatsächlich greifen.
Kreutz betonte, Kommunen bräuchten mehr Mittel, Polizei und Justiz bessere Ausstattung sowie gesellschaftlichen Rückhalt. Nur so könne der Rechtsanspruch auf Schutz, Beratung und Zuflucht wirksam werden und betroffene Frauen nachhaltig geschützt werden.
Quelle: https://www.dbb-frauen.de/artikel/wir-brauchen-loesungen-keine-aufgeheizten-debatten.html
22.10.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Am 11. Juli dieses Jahres feierte Rheinland-Pfalz das 30-jährige Bestehen des Landesgleichstellungsgesetzes (LGG). Seit seiner Einführung verfolgt das LGG das Ziel, die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst zu verwirklichen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nachhaltig zu fördern.
Ein Blick auf die aktuellen Daten zeigt: Die Fortschritte sind sichtbar. Laut dem 6. Bericht der Landesregierung liegt der Frauenanteil in Führungspositionen mittlerweile bei 41 Prozent – ein Wert, der sich im Vergleich zu den Anfangsjahren mehr als verdoppelt hat. Im ersten Bericht nach Inkrafttreten des LGG lag der Anteil noch bei deutlich unter 20 Prozent.
Eine zentrale Rolle bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben spielen die Gleichstellungsbeauftragten in den Dienststellen. Ihre frühzeitige und umfassende Beteiligung an Entscheidungsprozessen ist entscheidend, um die Ziele des Gesetzes wirksam zu verankern und weiter voranzubringen. Sie sind wichtige Partnerinnen auf dem Weg zu mehr Chancengerechtigkeit und zu einer modernen, familienfreundlichen Verwaltungskultur.
Quelle: Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration
15.10.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst
Die Bundesregierung hat die von der Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz gemeinsam vorgelegte Neunte Jährliche Information der Bundesregierung über die Entwicklung des Frauenanteils in Führungsebenen und in Gremien der Privatwirtschaft und des öffentlichen Dienstes sowie der Unternehmen mit unmittelbarer Mehrheitsbeteiligung des Bundes beschlossen. Danach ist der Frauenanteil in Führungspositionen in der Privatwirtschaft, im öffentlichen Dienst, bei Bundesunternehmen sowie in den Gremien des Bundes insgesamt kontinuierlich gestiegen.
Quelle und weitere Informationen: https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/pressemitteilungen/fortschritte-bei-gleichstellung-in-fuehrungspositionen-271982
13.10.2025 | 2025, Frauen in Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, Frauen und Gesellschaft
Auf der Hauptversammlung der dbb frauen hat dbb-Bundesvorsitzender Volker Geyer die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für die Verteidigung demokratischer Werte betont. „Der öffentliche Dienst ist das Bollwerk gegen Extremismus und Garant unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung“, sagte Geyer. Ein zentrales Element sei dabei die Gleichberechtigung von Frauen und Männern.
Laut aktuellem dbb Monitor sind 58,61 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst Frauen, unter den Teilzeitbeschäftigten liegt ihr Anteil sogar bei 83,72 Prozent. Geyer forderte, überkommene Rollenbilder entschieden zurückzuweisen und gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.
Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung, warnte vor den sozialen Folgen von Teilzeitarbeit: Wer dauerhaft in Teilzeit arbeite, riskiere geringere Versorgungsansprüche im Alter. Sie forderte eine regelmäßige Versorgungsauskunft auch für Beamtinnen und Beamte: „Das ist gelebte Fürsorgepflicht und stärkt das Vertrauen in den öffentlichen Dienst.“
Weitere Informationen unter: https://www.dbb.de/artikel/ganz-im-sinne-des-grundgesetzes-gleichberechtigung.html