Eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bestätigt, was Frauenorganisationen seit Jahren fordern: Verlässliche, qualitativ gute Kinderbetreuung ist eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen und ihre gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt.
Milanie Kreutz, Vorsitzende der dbb bundesfrauenvertretung und stellvertretende dbb Bundesvorsitzende, betonte anlässlich der Studienergebnisse: „Wenn Kinderbetreuung verlässlich funktioniert, profitieren Familien, Arbeitgeber und die gesamte Gesellschaft. Wer über Gleichstellung und Fachkräftesicherung spricht, darf nicht bei der Kinderbetreuung sparen. Gute Betreuungsangebote sind eine Investition in die Zukunft von Familien und in die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen."
Die Studie zeigt konkret drei Effekte: Mütter kehren nach der Geburt häufiger und früher in den Beruf zurück, ihre Erwerbseinbußen werden reduziert, und auch Jahre später erzielen sie höhere Einkommen, sind häufiger in Vollzeit und in regulärer Beschäftigung tätig. „Frauen erhalten bessere Chancen, ihren beruflichen Weg nach der Geburt eines Kindes fortzusetzen, wenn sie Zugang zu entsprechenden Betreuungsmöglichkeiten hatten", so Kreutz.
Trotz dieser klaren Befunde fehlen bundesweit weiterhin rund 300.000 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Für die dbb frauen-Chefin steht fest: „Frühkindliche Betreuung ist weit mehr als eine familienpolitische Leistung. Sie ist ein zentrales Instrument der Familien-, Gleichstellungs- und Arbeitsmarktpolitik. Sie verbessert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, stärkt die Fachkräftesicherung und trägt dazu bei, geschlechtsspezifische Ungleichheiten am Arbeitsmarkt abzubauen."
Quelle: www.dbb.de/artikel/kinderbetreuung-staerkt-frauen-und-sichert-fachkraefte.html