Weniger als zehn Prozent aller Gewalterfahrungen in Deutschland werden angezeigt. Bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften liegt die Anzeigequote sogar unter fünf Prozent. Das ist das zentrale Ergebnis der bundesweiten Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ (LeSuBiA), die vom Bundeskriminalamt gemeinsam mit Bundesministerien durchgeführt wurde.
Die Studie zeigt: Gewalt ist weit verbreitet. Fast jede sechste Person erlebt körperliche Gewalt in der Partnerschaft, knapp die Hälfte der Frauen und 40 Prozent der Männer berichten von psychischer Gewalt. Besonders betroffen sind Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund sowie Angehörige der LSBTIQ*-Community. Frauen erleiden häufiger schwere Folgen, insbesondere bei sexualisierter Gewalt, Stalking und sexuellen Übergriffen.
Auch Gewalt in Kindheit und Jugend ist verbreitet: Mehr als die Hälfte der jungen Menschen berichtet von körperlicher Gewalt durch Erziehungsberechtigte. Zudem sind digitale Gewalt und sexuelle Belästigung – vor allem unter jungen Frauen – stark verbreitet.
Für die Studie wurden rund 15.000 Menschen zwischen 16 und 85 Jahren befragt. Die Ergebnisse sollen eine Grundlage für besseren Opferschutz, gezielte Prävention und politische Maßnahmen schaffen.
Die Ergebnisse und weitere Informationen zu LeSuBiA finden Sie hier: www.bka.de/lesubia