Für den Digitalen Wandel, aber gegen Diskriminierung durch Algorithmen

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Für den Digitalen Wandel, aber gegen Diskriminierung durch Algorithmen

01.09.2020

Die Video-Sonderkonferenz der Gleichstellungs- und Frauenminister*innen (GFMK) hat sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Digitalen Wandel als Herausforderung für die Frauen- und Gleichstellungspolitik positiv anzunehmen. Allerdings, so wurde betont, seien die frauen- und gleichstellungspolitischen Aspekte „bislang in der Digitalisierungsdebatte nicht hinreichend berücksichtigt“ worden.
In der Entschließung heißt es: „Die GFMK sieht es als ihre Aufgabe an, bei fortschreitender Digitalisierung sicherzustellen, dass Chancen geschlechtergerecht genutzt und Risiken minimiert werden.“ Dabei müssten die Chancen und Risiken der Digitalisierung für Frauen „entlang der Lebensphasen und wichtigen Knotenpunkte im Erwerbsverlauf bewertet werden, damit ökonomische Risiken für Frauen, wie verminderte Aufstiegschancen, reduzierte Einkommen und geringere Renten für diejenigen, die die Hauptverantwortung für die Sorgearbeit übernehmen, weiter abgebaut werden können.“
Weiter wird vermerkt: „Nicht zuletzt haben die Erfahrungen während der Dauer der Kontaktbeschränkungen deutlich gezeigt, dass der Frage, welchen Beitrag Technik und Digitalisierung zu einem guten Leben und damit auch zu sozialer Teilhabe für alle Mitglieder unserer Gesellschaft leisten, grundsätzlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Die Bundesregierung wird daher dringend gebeten, den Breitbandausbau zügig und flächendeckend voranzutreiben, entsprechende technische Ausstattung auch für Familien und Alleinstehende mit geringem Einkommen zu ermöglichen sowie zielgruppengerechte Anwendungsmöglichkeiten (etwa in virtuellen Mehrgenerationenhäusern) zu fördern.“

Quelle: fpd 764