„Traditionelle Rollenbilder verfestigen sich durch die Corona-Pandemie“

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„Traditionelle Rollenbilder verfestigen sich durch die Corona-Pandemie“

27.05.2020

Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros Niedersachsen(lag) befürchtet, dass sich durch die Corona-Pandemie traditionelle Rollenbilder verfestigen könnten. Schon bisher leisteten Frauen durchschnittlich 1 ½ Stunden täglich mehr unbezahlte Arbeit als Männer, mit der Folge erheblicher Nachteile durch Teilzeitarbeit, geringere Einkommen, niedrigere Renten und Altersarmut. Jetzt fordere die Corona-Krise einen „deutlichen zeitlichen Zuwachs an familiärer Sorgearbeit“. Die lag befürchte, „dass dieses ‚Mehr‘ ganz selbstverständlich von Frauen erwartet und überwiegend von ihnen geleistet“ werde.
Wörtlich heißt es in der Erklärung der lag: „Mit Nachdruck weist die lag auch darauf hin, dass die Aufwertung von Frauenberufen jetzt absolute Priorität haben muss. Diese Forderung steht ja schon lange im Raum, hat aber nun eine ganz neue gesellschaftliche Bedeutung bekommen. Denn in der Krise hat sich gezeigt, worauf es wirklich ankommt. Die systemrelevanten Berufe sind in den Blick gerückt, diejenigen, ohne die es nicht mehr läuft. Mehr denn je ist es erforderlich, für bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung in diesen Berufen zu sorgen.“

Quelle: fpd 757