„Wer nicht durchgängig Vollzeit gearbeitet hat, verdient als Führungskraft weniger“

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„Wer nicht durchgängig Vollzeit gearbeitet hat, verdient als Führungskraft weniger“

29.08.2018

Laut einer neuen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), die am 25.07.2018 vorgelegt wurde, läge die Gender Pay Gap in Deutschland bei Führungskräften im Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2016 bei 30 Prozent. Ein maßgeblicher Erklärungsfaktor hierfür sei der Arbeitsumfang im bisherigen Erwerbsleben. Wer nicht durchgängig Vollzeit gearbeitet hätte, verdiene weniger. Arbeitgeber seien gut beraten, Frauen und Männern mehr Zeitsouveränität zu gewähren.
„Unter den vollzeitbeschäftigen Führungskräften in Deutschland sind Frauen mit 28 Prozent nicht nur unterrepräsentiert, sie erzielen auch nur 70 Prozent der Verdienste der Männer“ heißt es. Das DIW weiter wörtlich: „Danach verdienen Frauen in Führungspositionen 20,60 Euro die Stunde brutto und Männer 29,30 Euro. Sieben Prozentpunkte der Verdienstlücke gehen dabei auf Unterschiede bei der Berufserfahrung in Vollzeit zurück, das entspricht fast einem Viertel des gesamten Gender Pay Gap. Auf Unterschiede im Humankapital insgesamt entfallen 10 Prozentpunkte, auf Unterschiede in der Sozialstruktur, zu der etwa die regionale Verortung in West- oder Ostdeutschland gehört, 7 Prozentpunkte. Auch die sogenannte horizontale Segregation – etwa die Wirtschaftsbranche, in der diese Führungskräfte tätig sind – erklärt den Verdienstunterschied, jedoch in geringerem Maße.

Quelle: fpd 717, DIW Wochenbericht 30+31/2018