Rückblick auf die Jubiläumssitzung der LAG-LGG am 18.06.2018

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„Wir brauchen Ihr kämpferisches Potential“

20.06.2018

20 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten nach LGG (LAG –LGG) in Rheinland-Pfalz

Mit Stolz auf die Bilanz ihrer Leistung feierten am 18. Juni 2018 über 100 Gleichstellungsbeauftragte, aktuelle sowie ehemalige Sprecherinnen der LAG-LGG in Anwesenheit von Ehrengästen die Erfolge der vergangenen 20 Jahre.  Dabei bot das Foyer der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) den entsprechend feierlichen Rahmen. Möglich geworden war dies durch die Unterstützung der Gleichstellungsbeauftragten der ISB, Romana Müller, Mitglied der LAG-LGG. Ulrich Dexheimer, Sprecher des Vorstandes der ISB freute sich denn auch sehr, die große Zahl der Gleichstellungsbeauftragten als Gastgeber begrüßen zu können. Eine der ersten Gratulantinnen war Dr. Christiane Rohleder, Staatssekretärin des Ministeriums für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLP. Sie sicherte der Landesarbeitsgemeinschaft und deren Vernetzungsstelle auch zukünftig die Unterstützung des Landes zu.

Und weil diese Vernetzungsstelle von Anfang an beim Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung (ZWW) der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz angesiedelt ist, reihte sich auch der Präsident der JGU, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, in die Reihe der Gratulanten und Gratulantinnen ein.

Ebenfalls gekommen war Gisela Bill, Vorsitzende des Landesfrauenbeirates in Rheinland-Pfalz, die als aktive Zeitzeugin mit an der Spitze der Bewegung gestanden hatte, als es darum ging, Frauenpolitik zu institutionalisieren und ein Landesgleichstellungsgesetz auf den Weg zu bringen. Sie sicherte in einer kämpferischen Rede der LAG die Unterstützung des Frauenbeirates zu, denn „wir alle brauchen auch in Zukunft Ihr kompetentes und engagiertes Netzwerk, liebe LAG Frauen, Ihr kämpferisches Potenzial, mit Hartnäckigkeit am Ball zu bleiben und die Interessen von Frauen in den Behörden und darüber hinaus durchzusetzen“.

Es war Doris Eyl-Müller, die im Namen aller sieben LAG-Sprecherinnen und unter dem Titel „Wegbereiterinnen“ eine Bilanz über 20 Jahre LAG-LGG zog. Sie erinnerte an die zahlreichen Anregungen und frauenpolitischen Anstöße, die von dem Frauennetzwerk ausgegangen sind. „Die Gleichstellungsbeauftragten waren in vielen Punkten einfach ihrer Zeit voraus und sind es auch heute noch“. Wegbereiterinnen seien sie gewesen z.B. für eine  systematische Personalentwicklung in der öffentlichen Verwaltung, für neue Formen der Arbeit, für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Die Gleichstellungsbeauftragten mit ihrer Landesarbeitsgemeinschaft können stolz auf ihre Bilanz sein“, sagte Doris Eyl-Müller. „Wir haben mit unserer Kritik, unseren Anregungen, unserer Sichtweise bei etwas Geduld und dem Vertrauen auf die Geschichte fast immer Recht, nur vergessen wir im Arbeitsalltag oft selbst, wer hier was gesät hat“. Deshalb sei eine der wichtigsten Funktionen der Landesarbeitsgemeinschaft „das Zurechtrücken unseres Blickes: weg vom kleinen Ärger, hin zum Erfolg. Denn das motiviert und stärkt“.

In zwei Talkrunden unter der Moderation von Beate Berdel-Mantz, als Trainerin und Referentin ebenfalls eine langjährige Unterstützerin der LAG-LGG, kamen zunächst Christine Morgenstern (Leiterin  der Abteilung für Gleichstellung im Bundesministerium  für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) und Dr. Heike Jung  (Leiterin der Abteilung Frauen im Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz RLP) zu Wort. Während Christine Morgenstern vor 20 Jahren –  damals noch Abteilungsleiterin im rheinland-pfälzischen Frauenministerium – die Gründung der LAG maßgeblich unterstützt hatte, hat Dr. Heike Jung als Nachfolgerin ihre Aufgaben fortgeführt. Einstimmig hielten sie ein leidenschaftliches Plädoyer für mehr Netzwerke und Bündnisse, soziale Anerkennung für sogenannte „Frauenberufe“ und vor allen Dingen für mehr Frauen in Führungspositionen. Beide waren sich zudem darin einig, dass die Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten mit ihrem kritischen Blick die Gleichstellungspolitik in Rheinland-Pfalz voran bringe.

In der zweiten Talkrunde wurden ehemalige Sprecherinnen der LAG-LGG interviewt. Birgit Kleinjohann, Ira Leinenbach-Thielen, Inge Sabin, Eveline Schneider, Simone Walka und Renate Simon-Gail erinnerten an die Anfänge der LAG und die Herausforderungen, die sie bewältigen mussten. Alle betonten, dass Sie die Zeit als Sprecherin nicht missen möchten, weil diese Zeit ihre Persönlichkeit und ihre frauenpolitische Haltung geprägt habe. Dies zeige sich auch darin, dass sie direkt und konkret auf aktuelle frauenpolitische Missstände aufmerksam machten.

Das tat auch das Kabarett „Damenwahl“ mit Rosa Tritschler, Barbara Dees und Isabelle Jung – auf ihre Art. Mit Wortakrobatik, Witz und Ironie nahmen sie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Frauenpolitik in den Blick: ein vergnüglicher und gleichzeitig nachdenklicher Abschluss einer gelungenen Geburtstagsfeier.

Am Ende waren die aktuellen Sprecherinnen der LAG-LGG – Corinna Appelshäuser, Anouschka Erny-Eirund, Doris Eyl-Müller, Birgit Löwer, Astrid Streb in krankheitsbedingter Abwesenheit von Tanja Gölz und Andrea Weger mehr als zufrieden mit „ihrer“ Jubiläumsfeier.