„Geschlechtergerechtigkeit durch Gleichstellung bei Erwerbs- und Sorgearbeit“

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„Geschlechtergerechtigkeit durch Gleichstellung bei Erwerbs- und Sorgearbeit“

06.04.2017

„Erwerbs- und Sorgearbeit gemeinsam neu gestalten“ lautet nach dem Gutachten der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht (wir berichteten) der Bundesregierung eine Kernaufgabe künftiger Gleichstellungspolitik. Das Gutachten verweist auf die häufige Überforderung der Eltern und Partner/innen bei der Bewältigung von Berufs- und Familienarbeit und ihrer fairen Verteilung zwischen den Geschlechtern. Die Kommission hat hierzu ein „Erwerbs- und Sorgemodell“ entwickelt und hält eine Aufwertung der Sorgearbeit (SAHGE = Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit, Pflege, Erziehung) für dringend erforderlich.
In einer kritischen Bewertung des Gutachtens vermisst der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler „eine Bilanz darüber, inwieweit die Empfehlungen der Sachverständigen des Ersten Gleichstellungsberichts umgesetzt wurden.“ Der jetzige Bericht verdeutliche allerdings „die Notwendigkeit, sich verstärkt mit der Organisation von Fürsorgetätigkeit zu befassen. Stadler dazu: „Um tatsächliche Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, brauchen wir auch eine gleichstellungsorientierte Gestaltung von Erwerbs- und Sorgearbeit. Dazu muss die Sorgetätigkeit grundsätzlich aufgewertet werden und Männer müssen stärker an ihr beteiligt werden.“

Quelle: fpd, 684