ARBEITSFELDER
Behördliche Gleichstellung in Rheinland-Pfalz Für viele Frauen ist Erwerbstätigkeit heute eine Selbstverständlichkeit. Im öffentlichen Dienst des Landes Rheinland-Pfalz waren im Jahr 2007 51,3% der Beschäftigten Frauen. Das Ziel des Verfassungsauftrags nach tatsächlicher Umsetzung der Gleichberechtigung ist allerdings auch in den Landesverwaltungen noch nicht vollständig umgesetzt. Zwar sind die Zeiten der offenen Ausgrenzung von Frauen aus dem öffentlichen Dienst vorbei,
Verfassungsauftrag
Aber immer noch
- sind Frauen in den Führungsetagen und Gremien kaum vertreten. Dort, wo Zukunft gestaltet wird, wo personalpolitische Inhalte und Ziele entwickelt werden, werden die Potenziale gut ausgebildeter Frauen noch viel zu wenig genutzt.
- sind 78% der Teilzeitbeschäftigten im Landesdienst Frauen. Stellt man Beschäftigungsvolumen und Personenzählweise gegenüber, so wird deutlich, dass Frauen in vielen Bereichen noch immer deutlich weniger am Erwerbsleben partizipieren als Männer. Der hohe Frauenanteil bei Teilzeitbeschäftigungen zeigt einerseits, dass Frauen Familie und Beruf miteinander vereinbaren wollen. Andererseits verfestigt Teilzeit als reine Frauendomäne aber auch die einseitige traditionelle Rollenverteilung.
- haben vollbeschäftigte Frauen mit nur 15% Anteil an allen Beförderungen, Höhergruppierungen und Laufbahnaufstiegen deutlich weniger Aufstiegschancen. Weniger als 10% der Beförderungen entfallen auf teilzeitbeschäftigte Frauen.

Trotz dieser genannten Hindernisse sind Fortschritte auf dem Weg zu einer tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht worden. Dies ist den Frauen- und Gleichstellungsgesetzen mit ihren personalwirtschaftlichen Frauenförderplänen, Quoten und Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten zu verdanken, die vor Ort in den Dienststellen einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des Verfassungsauftrages leisten.

Hinweis: MBFJ und MWWFK wurden am 6. Dezember 2006 zusammengelegt, somit keine Zahlen für 2007; neues Ministerium ist MBWJK
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Gender Mainstreaming als Leitlinie politischen Handelns Ergänzend zu den Instrumentarien des rheinland-pfälzischen Landesgleichstellungsgesetzes von 1995 mit seinen frauenfördernden Maßnahmen hat sich die Landesregierung im Jahr 2000 auf Gender Mainstreaming als Leitlinie politischen Handelns verständigt. Alle Ressorts haben sich verpflichtet, Gender Mainstreaming in ihrem Geschäftsbereich umzusetzen. Für alle Gesetze und Verordnungen im Land ist dies per Geschäftsordnung vorgeschrieben. Gender Mainstreaming geht von dem Leitgedanken aus, dass Männer und Frauen einen ungehinderten, von Rollenklischees freien Zugang zu allen Bereichen der Politik und des öffentlichen Lebens haben müssen. Allein die Tatsache, eine Frau oder ein Mann zu sein, darf weder qualifizieren noch disqualifizieren. An diesem Ziel der Geschlechtergerechtigkeit sollen alle mitwirken. Nicht mehr nur die Frauen sind zuständig für Chancengleichheit. Weil Gender Mainstreaming ein langer Prozess ist, kann diese Strategie eigenständige Frauenpolitik nicht ersetzen. Im Gegenteil: Von der Frauenpolitik können entscheidende Impulse bei der Beurteilung geschlechterfifferenzierter Auswirkungen einer Maßnahme ausgehen.
Quellen: Bericht über die Umsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes des Landes Rheinland-Pfalz nach § 20 LGG (Berichtszeitraum 1. Juli 2003 bis 30. Juni 2007) Gender Mainstreamingseite des Landes Rheinland-Pfalz

Mehr zum Thema
Der Weg zum rheinland-pfälzischen Landesgleichstellungsgesetz
Geschichte der Gleichstellung Maßnahmen und Gesetze für Frauen in der Bundesrepublik Deutschland seit 1949, von Gabriele Meinhard, Gleichstellungsbeauftragte bei der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei.
www.gender-mainstreaming.rlp.de/ Eine umfassende Internetdarstellung zum Thema Gender Mainstreaming des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen.
http://www.gender-mainstreaming.net Gender-Mainstreaming-Seite der Bundesregierung mit ausführlicher strukturierter Literaturliste.
http://www.gm-consult.org/ Vernetzungsseite des Aktionsprogramms "Implementierung von Gender Mainstreaming" im Rahmen des Arbeitsmarkt- und Strukturentwicklungsprogramms in Mecklenburg-Vorpommern. Informiert u.a. über Gender-Mainstreaming-Projekte. Mit einem Gleichstellungslexikon, Daten und Fakten zur Geschichte des Gender Mainstreaming sowie einer Publikations- und Linkliste.
http://www.add.rlp.de Gleichstellung - gleich jetzt! Informationen für Schulleitungen, Gleichstellungsbeauftragte, Lehrerinnen und Lehrer.
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