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Mikrozensus 2009 - Alleinerziehende überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen

Eintrag vom 30.07.2010

 

Das Statistische Bundesamt hat am 29.07. in Berlin über die Auswertungsergebnisse der Mirkozensusdaten 2009 für die Situation der Alleinerziehenden in Deutschland informiert. Demnach sind Alleinerziehende mit 36% überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Im Vergleich dazu lag die Armutsgefährdung von Personen in Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bei nur 8%.

Gleichzeitig steigt der Anteil der Alleinerziehenden stetig an. Von den 8,2 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern, die 2009 in Deutschland lebten, war fast jede fünfte (19%) die Familie eines alleinerziehenden Elternteils. 72% der Familien waren Ehepaare und 9% Lebensgemeinschaften mit minderjährigen Kindern. 1996 war noch nur jede siebte Familie (14%) alleinerziehend. Nach wir vor jedoch gilt, dass Alleinerziehen mit einem Anteil von 90% "Frauensache" ist. Dabei ist der Anteil der alleinerziehenden Väter seit 1996 sogar leicht zurückgegangen, nämlich von 13% auf 10%.

Daten zur wirtschaftliche Situation
Von den alleinerziehenden Müttern gehen fast 60% einer Erwerbstätigkeit nach, was nur leicht über der Quote der arbeitenden Mütter in Paarfamilien (58%) liegt. Jedoch arbeiten sie mit 42% deutlich häufiger Vollzeit als diese (27%). Im Vergleich dazu sind alleinerziehende Väter, die häufiger ältere Kinder betreuen, zu rund 72% erwerbstätig und dies auch mehr als doppelt so häufig in Vollzeit (87%).
Rund 31% der alleinerziehenden Müttern waren 2009 auf Transferzahlungen wie Hartz IV oder Sozialhilfe zur Finanzierung ihres überwiegenden Lebensunterhalts angewiesen. Auch alleinerziehende Väter waren trotz ihrer höheren Erwerbsbeteiligung zu 19% von Transferzahlungen zur Finanzierung ihres überwiegenden Lebensunterhaltes abhängig. Laut Bundesagentur für Arbeit erhielt 2008 knapp ein Drittel (31%) aller Alleinerziehenden trotz eigener Erwerbstätigkeit Arbeitslosengeld II.


Quelle und ausführliche Informationen: Pressebroschüre DESTATIS