|
|
||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||
|
|
Wie kann geschlechteregerechte Bildung gelingen?Eintrag vom 24.06.2010
Am 22. April fand der zehnte bundesweite Girls‘ Day statt, der Mädchen dazu motivieren soll, einen der bisher noch männerdominierten technischen Berufe zu wählen. Trotz der besseren Schulabschlüsse entscheiden sich Mädchen im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl noch immer überproportional häufig für "typisch weibliche" Berufsfelder oder Studienfächer, obwohl in klassischen Männerberufen weiterhin besser verdient wird. Hintergrund ist hier auch die Debatte um Jungen als „Bildungsverlierer“, in der immer wieder die „Feminisierung der Pädagogik“ als vermeintliche Ursache für die geringeren Schulerfolge von Jungen verantwortlich gemacht wird, so auch von Seiten der Bundesfrauenministerin. Diese Ansicht wird jedoch von zahlreichen Gleichstellungs- und Bildungsexperten stark angezweifelt. Bereits im Dezember widmete sich der Zweiwochendienst (F&P Ausgabe 274) in einem Schwerpunkt ausführlich diesem Thema und das Bundesjugendkuratorium betonte in seiner Stellungnahme „Schlaue Mädchen – Dumme Jungen?“, dass die Sicht auf Jungen als Bildungsverlierer verkürzt sei. Stattdessen sei die Gruppe der Jungen sehr heterogen und verschiebe sich die Situation außerdem beim Übergang von der Schule in den Beruf zu deren Gunsten. Zwar stimmt das Bundesjugendkuratorium einer Erhöhung des Männeranteils im Bildungs- und Erziehungssystem grundsätzlich zu, die isolierte Forderung nach mehr männlichem Personal in Kindergärten lehnt es jedoch als zu einseitigen Lösungsansatz ab. Stattdessen drängt es auf eine breite Diskussion darüber, welches Männlichkeitsbild eigentlich im Erziehungs- und Bildungssystem vermittelt werden soll. Quellen: Zweiwochendienst (F&P Ausgabe 274) |
||||||||||||||||||