|
|
||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||
|
|
Glossar
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z AAllgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)Das AGG, in Kraft seit 18. August 2006, ist ein Bundesgesetz und hat zum Ziel, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität zu verhindern oder zu beseitigen. Rechtsansprüche können sowohl gegen Arbeitgeber als auch gegen Privatpersonen geltend gemacht werden. Amsterdamer VertragDer Amsterdamer Vertrag bildet die Rechtsgrundlage für das Gleichstellungsrecht in der EU-Politik. Er schreibt die Gleichstellung von Frauen und Männern als grundlegendes Gemeinschaftsrecht und als eines der Ziele der Gemeinschaft fest. Gemäß Artikel 2 und 3 des Amsterdamer Vertrages gehört die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und die Beseitigung der Ungleichheiten zu den Aufgaben der Gemeinschaft und muss als Ziel bei all ihren Tätgkeiten angestrebt werden. Arbeitsteilung (geschlechtsspezifische)Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und Männern im privaten und öffentlichen Leben. Audit berufundfamileDas "audit berufundfamilie" - entwickelt auf Initiative und im Auftrag der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung - ist das Managementinstrument zur Förderung der familienbewussten Personalpolitik, bei dem nicht nur bereits umgesetzte Maßnahmen begutachtet, sondern auch das betriebsindividuelle Entwicklungspotenzial aufgezeigt und weiterführende Zielvorgaben festgelegt werden. Ausgewogene Beteiligung von Frauen und MännernDie ausgewogene Verteilung von Kompetenzen und Führungspositionen auf Männer und Frauen (mindestens 40% und höchstens 60% für jedes Geschlecht). BBeweislast
Im Falle einer Klage obliegt es in der Regel der klagenden Partei zu beweisen, daß sie Opfer einer Bezahlte ArbeitArbeit, für die eine Vergütung in Form von Geld- oder Sachleistungen gezahlt wird. Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG)Mit dem Gesetz zur Einführung des Elterngeldes vom 5. Dezember 2006 - BGBl. I S. 2748 - wird für Eltern, deren Kinder ab 1. Januar 2007 geboren wurden, das Elterngeld eingeführt. Es löst das bisherige Erziehungsgeld nach dem Bundeserziehungsgeldgesetz ab. (siehe auch Elternzeit) CCEDAW
(Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination Against Women) Chancengleichheit
Das Fehlen geschlechtsbedingter Barrieren, die einer Teilhabe am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben im DDirekte DiskriminierungSynonym für unmittelbare Diskriminierung im Unterschied zu indirekter/mittelbarer Diskriminierung. Diskriminierung/BenachteiligungDiskriminierung bedeutet Benachteiligung,Herabsetzung, Ausgrenzung. Im engeren Sinne versteht man unter Diskriminierung die Benachteiligung von Gruppen (zumeist Minderheiten) aufgrund von willkürlichen Merkmalen wie Herkunft, ethnischer, politischer oder religiöser Zugehörigkeit, sozialen Gewohnheiten, sexuellen Neigungen, Sprachen, Geschlecht oder äußerlichen Merkmalen wie Hautfarbe oder Augenfarbe. Sie steht dem elementaren Grundsatz der Gleichheit der Rechte aller Menschen entgegen. Diese Benachteiligung kann in Einschränkungen in jeglichen Ebenen des Lebens bestehen, insbesondere in Einschränkungen an der Teilnahme am öffentlichen Leben (Ausgrenzung), Einschränkung der Freizügigkeit, Einschränkungen bei Ausbildung, Berufsausübung oder Entgelt. Das Benachteiligungsverbot aufgrund des Geschlechtes ist in Art. 3 II Grundgesetz verankert. Mit dem Gesetz zur Änderung des Grundgesetzes vom 27.10.1994 wurde ein neuer Satz 2 in Art. 3 II GG eingefügt: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." Diskriminierungsverbot
Gesetzliches Verbot mittelbarer und unmittelbarer Diskriminierung auf Grund persönlicher Merkmale wie zum Beispiel des Geschlechts. Diversity
Diversity Management ist eine neue Form der Personalführung. Mitarbeiter unterschiedlichen Geschlechtes, Alters, verschiedener Nationalitäten und ethnischer Zusammengehörigkeit werden gezielt gefördert und zusammengebracht. Auch unterschiedliche sexuelle Orientierung, Religionszugehörigkeit, Kultur und Bildung spielen eine Rolle. Doing Gender
Der Begriff veranschaulicht die Gesamtheit der Interaktionen, die gesellschaftlich geprägte Geschlechterrollen in der Gesellschaft hervorrufen. Mit der Bestimmung durch die Verlaufsform "doing" (engl.tun) wird die Aktivität bzw. die Praxis der menschlichen Inszenierung verdeutlicht. EEinbeziehung der Dimension der Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern
(engl.: Gender Mainstreaming) ElterngeldDas Elterngeld fängt einen Einkommenswegfall nach der Geburt des Kindes auf. Es beträgt 67 Prozent des durchschnittlich nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und Werbungskosten vor der Geburt monatlich verfügbaren laufenden Erwerbseinkommens, höchstens jedoch 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Nicht erwerbstätige Elternteile erhalten den Mindestbetrag zusätzlich zum bisherigen Familieneinkommen. Das Elterngeld wird an Vater und Mutter für maximal 14 Monate gezahlt; beide können den Zeitraum frei untereinander aufteilen. Ein Elternteil kann dabei höchstens zwölf Monate für sich in Anspruch nehmen, zwei weitere Monate gibt es, wenn in dieser Zeit Erwerbseinkommen wegfällt und sich der Partner an der Betreuung des Kindes beteiligt. Alleinerziehende, die das Elterngeld zum Ausgleich wegfallenden Erwerbseinkommens beziehen, können aufgrund des fehlenden Partners die vollen 14 Monate Elterngeld in Anspruch nehmen. (siehe auch Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ElternzeitDie Elternzeit gibt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die Möglichkeit, sich ihrem Kind zu widmen und gleichzeitig den Kontakt zum Beruf aufrechtzuerhalten. Durch den Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit erhalten verstärkt auch Väter die Chance, sich an der Erziehung ihres Kindes zu beteiligen. Die Neuregelungen zur Elternzeit, die zum 1. Januar 2007 im Rahmen des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) in Kraft getreten sind, gelten für Geburten ab 1. Januar 2007 und darüber hinaus für alle Eltern, deren Kinder vor dem 1. Januar 2007 geboren wurden bzw. die sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Elternzeit befanden. Empowerment(“Ermächtigung” zu eigenverantwortlichem Handeln) Prozess, in dessen Verlauf sich eine Person Zugang zu Möglichkeiten verschafft und sich Fähigkeiten aneignet, die sie in den Stand versetzen, ihr eigenes Leben und das der Gemeinschaft, in der sie lebt, in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht aktiv mitzugestalten. EntgeltgleichheitArbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf gleiches Entgelt für "gleiche und gleichwertige" Arbeit (Art. 141 EG-Vertrag). Dies gilt sowohl für Löhne und Gehälter als auch für alle sonstigen Vergütungen, die der Arbeitgeber aufgrund des Dienstverhältnisses dem Arbeitnehmer/der Arbeitnehmerin unmittelbar oder mittelbar in Bar- oder Sachleistungen zukommen lässt. Der Anspruch auf Gleichbehandlung der Geschlechter ist auch grundrechtlich verankert (Art. 3 Abs. 2 und 3, Grundgesetz). Erwerbsbevölkerung/ErwerbspersonenAlle Personen beiderlei Geschlechts, die während eines bestimmten Zeitraums als Arbeitskräfte für die Produktion von Wirtschaftsgütern und Dienstleistungen zur Verfügung stehen – im Sinne der Definition des Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungssystems der Vereinten Nationen. ErwerbsquoteProzentanteil der Erwerbspersonen an der Gesamtbevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15-64 Jahre). FFlexible ArbeitszeitArbeitszeitregelung, die die verschiedensten Möglichkeiten bietet, was die Zahl der zu leistenden Arbeitsstunden und die Gestaltung der täglichen, wöchentlichen, monatlichen oder jährlichen Dienst-, Schicht- oder Arbeitszeitpläne betrifft. FrauenforschungWissenschaftlicher, überlicherweise interdisziplinärer Fachbereich, der die Situation der Frauen und die Geschlechterverhältnisse wie auch die geschlechtsspezifische Dimension sämtlicher anderer Disziplinen erforscht. Frauenförderung
Mit Frauenförderung werden Maßnahmen bezeichnet, die speziell auf die Förderung von Frauen (Abbau von Diskriminierung und Herstellung von tatsächlicher Gleichstellung) gerichtet sind. Eine Maßnahme in diesem Zusammenhang ist beispielsweise die Quotenregelung: Durch eine solche Vorgabe wird das Ziel der Erhöhung des Frauenanteils in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, verfolgt. FrauenpolitikFrauenpolitik ist ein Politikbereich, bei dem es um die Förderung der Gleichstellung von Frauen in allen Lebensbereichen geht. Frauentagsiehe Internationaler Frauentag GGender
Das Englische unterscheidet sprachlich zwischen "sex", dem biologischen Geschlecht, und "gender", dem sozialen Geschlecht. Mit Gender sind die gesellschaftlichen Geschlechterrollen gemeint, die Vorstellungen und Erwartungen, wie Frauen und Männer sind bzw. sein sollen. Die Geschlechterrollen sind veränderbar und sind innerhalb und zwischen den Kulturen unterschiedlich. Gender Budgeting
Geschlechtergerechte Haushaltsführung bezieht sich auf den Staatshaushalt, den Haushalt einer Kommune bzw. von Organisationen, Institutionen und anderen Einrichtungen. Ausgaben der Haushalte werden überprüft, ob und wie sie sich auf die ökonomische und soziale Situation von Frauen und Männern auswirken. Gender expertise
Gendersachverstand Gender Impact Assessment
Bewertung der geschlechtspezifischen Auswirkungen. Gender Kompetenz
Gender Kompetenz ist das Wissen, das notwendig ist, um Maßnahmen und Entscheidungen durchgängig geschlechterdifferenziert analysieren und gleichstellungsorientiert im Sinne des Gender Mainstreaming umsetzen zu können. Grundlegend für Gender Kompetenz ist das Wissen über die Vorgaben der Strategie "Gender Mainstreaming" sowie das Wissen über die Situation der Geschlechter in der Gesellschaft. Gender Mainstreaming
Für den englischen Begriff gibt es zahlreiche Definitionen. Die meistzitierte Definition lautet: "Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten AkteurInnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen." Gender Pay Gap
Einkommensunterschied aufgrund des Geschlechts Gender Proofing
Gleichstellungsprüfung, die abschließend vor der Entscheidung eines politischen Vorhabens erfolgt und aufzeigt, dass die beabsichtigte Maßnahme in Richtung Gleichstellung von Frauen und Männern wirkt und keine Diskriminierung der Geschlechter beinhaltet. Gender – Positive actions
Positive Maßnahmen, die eine Gleichstellung von Männern und Frauen fördern, in dem sie versuchen, einseitige Benachteiligungen eines Geschlechts durch temporäre Bevorzugungen auszugleichen (früher auch positive Diskriminierung genannt). Gender-SensibilisierungEs handelt sich um einen Prozess, der Personen das Vorhandensein geschlechtsspezifisch unterschiedlicher Lebenswirklichkeiten von Frauen und Männern bewusst machen soll. Genderism
Die Variationsmöglichkeiten des Doing Gender in Form von Geschlechterrollen, Geschlechterverhalten und der daraus erwachsenden Identität. Genderspezifisch
Die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen, das soziale Geschlecht betreffend, häufig als Synonym für geschlechterspezifisch. Gerechtigkeit
Gerechtigket ist der Versuch, alle Menschen fair und moralisch angemessen zu behandeln. In unterschiedlichen Lebensbereichen spielen Gerechtigkeitskonzepte eine große Rolle, insbesondere in der Rechtssprechung, im sozialen Zusammenleben (soziale Gerechtigkeit), im Sport, bei Auswahlverfahren (Chancengleichheit) und im Ausgleich zwischen gesellschaftlichen Gruppen (Gleichberechtigung und Generationengerechtigkeit). Geschlechter-Diskriminierung
Benachteiligung einer Person auf Grund ihres Geschlechts, direkt („unmittelbar“ – sofort ersichtlich) oder indirekt („mittelbar“ – scheinbar geschlechtsneutral, aber in den Auswirkungen spürbar). Erwartungen, wie sich Mädchen/Frauen und Jungen/Männer zu verhalten haben, welche Verantwortungen, Rechte und Pflichten man ihnen auf Grund ihres Geschlechts zuweist. Geschlechtergerechte/Geschlechtersensible SpracheMit Sprache bzw. der Wortwahl wird ein vorhandenes Objekt nicht nur "bezeichnet", sondern darüber hinaus das Objekt auch "beschrieben und bewertet". Sprache und Wortwahl schafft damit auch Bedeutung und Bewertung eines Objektes bei denjenigen, die die Worte empfangen. Geschlechtergerechte Sprache berücksichtigt dies, indem sie sichtbar macht, ob Frauen und/oder Männer gemeint sind. Das sogenannte "generische Maskulinum", bei dem Frauen "mitgemeint" sein sollen, ist gerade keine geschlechtergerechte Sprache. Geschlechterstereotyp
Geschlechterstereotypen oder Geschlechterschemata können auch als implizite oder nicht bewusste Annahmen über Geschlechterunterschiede bezeichnet werden. Frauen und Männer haben unterschiedliche Geschlechterstereotypen und –schemata. Beide erwerben diese Annahmen in der frühen Kindheit mit diesen Konsequenzen: Frauen und Männer werden eher nach Geschlechtsschemata als nach den tatsächlichen Merkmalen eingeschätzt. Aufgrund der geschlechterstereotypen werden Erwartungen gebildet, die sich in unterschiedlicher Weise an weibliche und männliche Personen richten. Geschlechtervertrag
Es handelt sich um ein implizites und explizites Regelwerk, das Frauen und Männern in der Gesellschaft unterschiedliche Arbeiten und Werte, unterschiedliche Verantwortlichkeiten und Pflichten zuweist. Der Geschlechtervertrag kommt auf drei Ebenen zum Tragen: Geschlechtsbezogene GewaltJede Form der Anwendung oder Androhung physischer oder psychischer Gewalt, wie Vergewaltigung, Mißhandlung von Frauen, sexuelle Belästigung, Inzest und Pädophilie. Geschlechtsneutral
Ohne positive oder negative Auswirkungen auf das Geschlechterverhältnis beziehungsweise auf die Gleichstellung von Frauen und Männern. Geschlechtsspezifische Sozialisation
Sie bezieht sich darauf, dass die Sozialisation in der jeweiligen Gesellschaft je nach Geschlecht unterschiedlich verläuft. Sozialisation legt - im Unterschied etwa zur psychoanalytischen Betrachtung der Identitätsbildung - den Fokus auf die interaktive Beziehung zwischen dem Individuum und seiner sozialen Umwelt. Gleichbehandlung von Frauen und MännernDie Gleichbehandlung setzt die Gewährleistung des Fehlens jeglicher unmittelbaren Diskriminierung oder mittelbaren Diskriminierung voraus. Die Verankerung der Vorgabe der Gleichbehandlung zielte bislang vor allem auf die Verankerung juristischer Ansprüche auf Gleichbehandlung von Frauen und Männern ab, insbesondere zum Abbau der Diskriminierung im Berufsleben. Zu beachten ist, dass Gleichbehandlung Ungleicher keine Gleichstellung nach sich ziehen muss, weswegen der Begriff durch die Zieldefinition der Gleichstellung ersetzt wurde. GleichberechtigungOb Gleichberechtigung in erster Linie rechtliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern meint oder auch auf tatsächliche Gleichheit (nicht Identität) abzielt, war und ist in der juristischen Literatur umstritten. Der 1994 aufgenommene Zusatz zum Grundgesetz (Art. 3 Abs. 1 GG) stellt endgültig klar, dass der Staat nicht nur die Gleichheit vor dem Gesetz zu gewährleisten, sondern auch auf die faktische Gleichberechtigung der Geschlechter hinzuwirken hat. Dies entsprach auch vor der Ergänzung zum Grundgesetz bereits der Meinung des Bundesverfassungsgerichts. Gleichheit
Gerechte Verhältnisse für alle Individuen und Gruppen in der Gesellschaft, unabhängig von Geschlecht, Rasse, Religion, sozialer Zugehörigkeit u.a.; einer ihrer wichtigsten Fragen ist die Gleichstellung von Männern und Frauen. Gleichstellung von Frauen und MännernZieldefinition für die Situation, in der alle Mitglieder einer Gesellschaft ihre persönlichen Fähigkeiten frei entwickeln und entfalten können, ohne durch geschlechtsspezifische Rollenmuster eingeschränkt zu werden, und in der die unterschiedlichen Verhaltensweisen, die unterschiedlichen Ziele und die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen in der gleichen Weise berücksichtigt, anerkannt und gefördert werden wie jene der Männer. Die Zieldefinition der Gleichstellung hat in den letzten Jahren den engeren Begriff der Gleichbehandlung abgelöst. Gleichstellungsarbeit
Prozesse der konkreten Umsetzung der Ziele der Gleichstellungspolitik durch politische, staatliche und nichtstaatliche Strukturen sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Träger. Gleichstellungspolitik
Politik von Regierungen und Organisationen zur Durchsetzung der Gleichstellungen von Männern und Frauen in der Gesellschaft. Gläserne Decke
Der Begriff meint die unsichtbaren, komplexen Strukturen in männerdominierten Organisationen, die Frauen am Aufstieg in Führungspositionen hindern. HHorizontale Segregation des Arbeitsmarktes
Konzentration von Frauen und Männern in je unterschiedlichen Sektoren und Berufen. Dabei sind Frauen auf weniger Berufe konzentriert als Männer, und die Männerberufe sind stärker segregiert als Frauenberufe, das heißt der Frauenanteil in Männerberufen ist viel geringer als der Männeranteil in Frauenberufen. Durch Konzentration von Frauen auf ein zu enges Spektrum von Berufen, die oftmals durch unterdurchschnittliche Entlohnung beziehungsweise mangelnde Aufstiegschancen und/oder mangelnde Zukunftsfähigkeit gekennzeichnet sind (sog. "Sackgassenqualifizierungen") führt horizontale Segregation zu geschlechtspezifischer Benachteiligung für Frauen am Arbeitsmarkt. Durch geschlechtsspezifisch codierte Berufsbewertungen werden Hierarchien aufgebaut, die insbesondere für die Entlohnung ausschlaggebend sind. Diese Benachteiligungen sind aber – da sie nicht direkt sondern strukturell erfolgen – schwerer sichtbar. Humankapital
Wissen und Fertigkeiten von Menschen, einsetzbar/eingesetzt in Produktionsprozessen, zur Einkommenserzielung sowohl in einzel- als auch gesamtwirtschaftlicher Betrachtungsweise. IIndirekte DiskriminierungSynonym für mittelbare Diskriminierung Internationaler Frauentag
Der Internationale Frauentag wird weltweit am 8. März begangen und entstand aus einer Initiative der Frauenrechtlerin und Politikerin Clara Zetkin. Auf der Zweiten Internationalen Konferenz der Frauen in Kopenhagen im Jahre 1910 setzte sie sich für die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages als Kampagne für Frauenrechte, besonders für das Frauenwahlrecht, ein. Internationaler Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“
Seit dem 25. November 1981 ist dieser Tag weltweiter Gedenktag: auf dem ersten lateinamerikanischen Frauenkongress in Bogotà, Kolumbien, würdigten die Teilnehmerinnen den Mut der Mirabal-Schwestern, die am 25.November 1960 brutal ermordet wurden. 1999 beschlossen die Vereinten Nationen, diesen Tag als internationalen Tag für die Beseitigung jeglicher Gewalt gegen Frauen einzuführen.
IntersexualitätIntersexualität meint die nach den äußeren Geschlechtsmerkmalen unmögliche eindeutige Zuordnung zum männlichen oder weiblichen Geschlecht. Gelegentlich wird auch noch gesprochen von: Zwittertum, Hermaphrodismus, Hybriden. Da juristisch und medizinisch bisher nur zwischen den Geschlechtern Frau und Mann differenziert wird, ist eine Einordnung nicht möglich. JJob-SharingTeilung eines Arbeitsplatzes, des Arbeitsentgelts und der Ansprüche zwischen (in der Regel) zwei oder mehreren Personen entsprechend einem vereinbarten Plan. KKalanke-Urteil
Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Zulässigkeit von Quoten (Urteil vom 17.10.1995, C-450/93) LLissabon-StrategieAuf dem Sondergipfel der europäischen Staatsoberhäupter im März 2000 wurde die Lissabon-Strategie verabschiedet, ein Programm mit dem ehrgeizigen Ziel, die EU innerhalb von 10 Jahren zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. Auch die Belange der Frauen auf dem Arbeitsmarkt wurden thematisiert: Bis 2010 soll die Beschäftigungsquote von Frauen durch die Förderung der Chancengleichheit auf 60 % erhöht werden. MMainstreaming
Der englische Begriff Mainstream = "in den Hauptstrom bringen" Marschall-Urteil
Urteil des Europäischen Gerichtshofes zur Zulässigkeit von Quoten (Urteil vom 11.11.1997, C-409/95) MentoringPersönliche Betreuung am Arbeitsplatz, die ein Lernen und Sammeln von Erfahrungen sowie eine Entfaltung der Möglichkeiten des Individuums und die Aneignung neuer Fähigkeiten im Rahmen eines Prozesses ermöglicht, in dem eine Person – der Mentor oder die Mentorin – die persönliche und berufliche Entwicklung einer anderen Person – des “Schützlings” – außerhalb des üblichen Vorgesetzten-Untergebenen-Verhältnisses begleitet und fördert. Mittelbare Diskriminierung(Synonym für indirekte Diskriminierung, im Unterschied zu unmittelbarer, direkter Diskriminierung): Eine mittelbare oder indirekte Diskriminierung liegt vor, wenn eine Norm zwar geschlechtsneutral formuliert ist, aber sich aufgrund statistischer Überprüfungen ergibt, dass sie in der Anwendung überproportional häufig für Frauen ungünstig ist. Beispiele für mittelbare Diskriminierung finden sich häufig in der Einstellungs-, Beurteilungs- und Beförderungspraxis von Betrieben oder Behörden. Eines der Hauptbeispiele ist Teilzeitarbeit, die deutlich zahlreicher von Frauen als von Männern ausgeübt wird. Werden Teilzeitarbeitskräfte im Verhältnis zu Vollzeit-Erwerbstätigen benachteiligt, stellt dies aufgrund der geschlechtsspezifischen Verteilung der Arbeitsplätze auch dann eine Benachteiligung von Frauen dar, wenn die rechtliche Bestimmungen in diesem Bereich „geschlechtsneutral“ formuliert sind. MutterschaftsurlaubArbeitsbefreiung ohne Unterbrechung, der Arbeitnehmerinnen entsprechend den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten vor und/oder nach der Entbindung gewährt wird (Richtlinie des Rates 92/85/EWG vom 19.10.92, ABl. Nr. L 348/1). Männerpolitik
Teil der Gleichstellungspolitik, der auf den Aufbau der unmittelbaren Benachteiligung von Männern zielt.
PPositive AktionenMaßnahmen, die eine bestimmte Bevölkerungsgruppe bevorzugen. Sie zielen so auf die Beseitigung und Vermeidung bestehender mittelbarer und unmittelbarer Diskriminierung beziehungsweise auf den Ausgleich von einseitigen Benachteiligungen, die durch vorhandene Einstellungen, Verhaltensweisen und Strukturen zum Nachteil der betroffenen Gruppe bestehen. QQuoteFestsetzung eines bestimmten Anteils an Plätzen, Sitzen oder Ressourcen, die auf eine bestimmte Gruppe zu entfallen haben, im allgemeinen nach bestimmten Vorschriften und Kriterien, mit dem Ziel, ein bestehendes Ungleichgewicht, zumeist in Entscheidungspositionen oder beim Zugang zu Ausbildungsmöglichkeiten und Arbeitsplätzen, zu korrigieren. RReproduktionsrechteRecht des Individuums oder eines Paares, frei und eigenverantwortlich über die Zahl ihrer Kinder, den Zeitpunkt der Geburten und die Abstände zwischen den Geburten zu entscheiden und Zugang zu den hierfür erforderlichen Informationen und Mitteln zu erhalten, sowie das Recht auf den höchstmöglichen Standard im Bereich der Reproduktionsgesundheit. SSexuelle BelästigungUnerwünschtes sexuell motiviertes Verhalten von Vorgesetzten sowie Kolleginnen und Kollegen, durch das die Würde von Frauen und Männern am Arbeitsplatz verletzt wird (Entschließung des Rates 90/C 157/02 vom 29.05.90, ABl. Nr. C 157). Sexuelle GewaltSiehe "geschlechtsbezogene Gewalt". Sexuelle OrientierungSexuelle Präferenz für Personen desselben oder des anderen Geschlechts (Homosexualität, Lesbianismus, Heterosexualität, Bisexualität. Soziales GeschlechtEin Begriff, der auf die zwischen Frauen und Männern bestehenden sozialen Unterschiede abstellt, die erlernt werden, sich im Laufe der Zeit ändern können und sich sowohl innerhalb ein und derselben Kultur als auch zwischen verschiedenen Kulturen stark voneinander unterscheiden. Spillover-Effekt
Elternkompetenzen haben einen großen Nutzen für den Beruf. Die Übertragung von Elternkompetenzen in den Arbeitsalltag wird als Spillover-Effekt bezeichnet. Quelle: www.worklife-institut.de Strukturelle Diskriminierung
Es wir unterschieden in strukturelle Diskriminierung, die einen quantitativen und einen qualitativen Aspekt aufweist: TToken-Situation
Frauen sind vergleichsweise selten als Führungskräfte beschäftigt. Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes sind knapp ein Drittel aller Führungskräfte weiblich und zwei Drittel hingegen männlich. Je höher die Positionen sind, desto seltener sind Frauen anzutreffen, unabhängig von der Branche. Total E-Quality
Der Verein TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. wurde 1997 gegründet. Seine Aufgaben bestehen darin, Unternehmen auszuzeichnen für ihre Personalpolitik, wenn sich diese an der Chancengleichheit von Frauen und Männern orientiert. Total E-Quality Prädikat
Zur Erlangung dieses Prädikates werden die Aktivitäten folgender Aktionsfelder untersucht: Die Bewerbung erfolgt durch eine neutrale Jury. Das Prädikat erhält, wer einen nach Unternehmsgröße gestaffelten Mindeststandart erfüllt. UUnisex-Tarife
Frauen zahlen höhere Prämien bei der privaten Krankenversicherung und bei der privaten Altersvorsorge, also auch bei der Riester-Rente. Männer hingegen werden bei der Lebens-, Unfall- und Autoversicherung stärker zur Kasse gebeten. Für ihre Risikolebensversicherung zahlen sie bis zu 80 Prozent mehr als Frauen. Unmittelbare Diskriminierung
(Synonym für direkte Diskriminierung, im Unterschied zu mittelbarer Diskriminierung) UnterschiedlichkeitDie zwischen den Individuen innerhalb einer Gruppe bestehenden Unterschiede hinsichtlich ihrer Werte, ihrer Einstellungen, ihrer kulturell bedingten Sichtweisen, ihres Glaubens, ihres ethnischen Hintergrunds, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Fähigkeiten, ihrer Kenntnisse und ihrer Lebenserfahrung. VVereinbarkeit von Familie und BerufEinführung von Elternurlaubsregelungen, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder und ältere Menschen und Schaffung eines Arbeitsumfelds, dessen Struktur und Organisation es Frauen und Männern erleichtert, Berufstätigkeit und Pflichten in Familie und Haushalt miteinander in Einklang zu bringen. Versteckte HindernisseVerhaltensweisen und die zugrunde liegenden traditionellen Einstellungen, Normen und Werte, die Frauen (oder Männer) die vollständige und ungehinderte Teilhabe an bestimmten Bereichen des sozialen und wirtschaftlichen Lebens verwehren. Vertikale Segregation des ArbeitsmarktesDie vertikale Segregation des Arbeitsmarktes bezeichnet die Konzentration von Frauen und Männern auf unterschiedlichen Hierarchieebenen innerhalb einzelner Berufsfelder, wobei Frauen verstärkt auf den unteren und mittleren Hierarchieebenen anzutreffen sind. Obwohl sich das Qualifikationsniveau der Frauen deutlich erhöht hat, sinkt der Frauenanteil immer noch, je höher die hierarchische Position eines Berufs- bzw. Tätigkeitsfeldes ist. Die strukturelle Schlechterstellung der Frau im Erwerbsleben schlägt sich in der Konzentration von Frauen in unteren Berufsebenen und der männlichen Dominanz in gehobenen Positionen nieder. Frauen werden auch bei gleicher Qualifikation auf niedrigeren beruflichen Positionen eingesetzt als Männer und stoßen im Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn bald an eine „gläserne Decke“. WWeltfrauentagsiehe Internationaler Frauentag Work-Life-Balance
“Wer sich gegen seinen Willen von der Arbeit private Zeit wegnehmen lässt, gerät auf Dauer in Konflikte, die arbeitsunfähig machen.” Work-Life-Balance wird in wenigen, modernen Unternehmen praktiziert. Im allgemeinen ist die Zeit vorbei, in der Mitarbeiter ihr Privatleben, ihre Lehrtätigkeiten, Kinder und andere Verpflichtungen morgens vor der Tür lassen und bis Feierabend verdrängen. Führungskräfte wissen heute, dass die Menschen im Mittelpunkt des Unternehmens stehen und dass nur zufriedene Mitarbeiter das Unternehmen zum Erfolg bringen können. Work-Life-Balance-Programme
Gefragt ist alles, was das Leben leichter macht, deshalb nehmen Work-Life-Blance-Programme eine hohen Stellenwert ein. Wachsende Nachfrage besteht auch im Service „Eldercare“, der Pflege und Betreuung alter Menschen. Nutzer davon sind etwa 90% der männlichen Führungskräfte. Das hängt auch damit zusammen, dass Männer nicht mehr so problemlos ihre Ehefrauen in die Pflege der alten Eltern einspannen können. Die Männer wiederum sind sehr froh, wenn sie etwas einbringen können, was von realem Nutzen ist und die Familie entlastet. Weitere Dienstleistungen sind Beratungen in Lebenskriesen, z.B. Programme, bei denen telefonisch und per Internet zu Rechtsproblemen, Schulden, Drogen- und Alkoholmissbrauch, bei der Finanzierung von Häusern oder bei der Versorgung von Haustieren Hilfe gefunden werde kann. Die Veränderung der Präsenz und die Reduzierung (über-)langer Arbeitszeiten für Männer in der Privatwirtschaft bieten weitere Entwicklungspotenziale.
Working Gender
Die spezifische Bedeutung Geschlecht für den Arbeitsprozess. Die genderspezifischen Normen und Regeln beziehen sich auch auf die Arbeit und verknüpfen sich in spezifischer Weise. Würde am ArbeitsplatzRecht auf Achtung am Arbeitsplatz, insbesondere auch das Recht auf ein Arbeitsumfeld, das frei von sexueller Belästigung und anderen Schikanen ist (Entschließung des Rates 90/C157/02 vom 29.05.90, ABl. Nr. C 157). |
||||||||||||||||||||||